Kleine und oder Große Arkana

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frajoscha
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Kleine und oder Große Arkana

Beitrag von frajoscha » Do 11. Okt 2018, 09:44

Hallo miteinander,

allem Anschein nach befassen sich Astrologen auch gerne mit Karten legen.
Ich habe auch 3 Sets: Rider Tarot, Ansata Tarot von Paul Struck und The Prediction Tarot von Aquarian Press,
Wellingborough, des. by Bernhard Stringer und illustr. by Peter Richardson.

Meine Frage gilt jedoch der Aussagekompetenz der Kleinen und Großen Arkana.
Wann ist es empfehlenswert nur die eine oder andere Arkana zu verwenden?
Gibt es Fragetypen die besser den einen oder anderen Kartenumfang als zuständig sehen lassen?


In der Astrologie als auch im Yi Jing und bei den Karten kommt es entscheidend auf die Fragestellung an.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Frage so formuliert sein sollte, dass sie durch keine andere bessere
Frage ersetzt werden kann. Wenn diese Qualität erreicht ist hat man bereits ein Teil des geschilderten Anliegen
selbst gelöst.

Zu oft musste ich selbst als Geburtshelfer bei Frageformulierungen einspringen, da es offensichtlich beschwerlich
ist das Problem mit dem man befasst ist heraus zu kristallisieren.

Gruß frajoscha

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Traumprinz
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Kleine und oder Große Arkana

Beitrag von Traumprinz » Do 11. Okt 2018, 10:18

Hallo Frajoscha :)
frajoscha hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 09:44
In der Astrologie als auch im Yi Jing und bei den Karten kommt es entscheidend auf die Fragestellung an.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Frage so formuliert sein sollte, dass sie durch keine andere bessere
Frage ersetzt werden kann. Wenn diese Qualität erreicht ist hat man bereits ein Teil des geschilderten Anliegen
selbst gelöst.
Das kann meiner Meinung nach gar nicht oft genug betont werden. Auch und gerade bei den Karten kommt es entscheidend auf die Fragestellung an. Wenn die nicht "passt" (durchdacht oder sauber formuliert ist), sieht man das oft im Kartenbild, das dann ziemlich larifari "antwortet" - oder im besten Fall eine Frage beantwortet, die gar nicht gestellt wurde. :yellowgrin:

Nun aber zu deiner Hauptfrage:
Meine Frage gilt jedoch der Aussagekompetenz der Kleinen und Großen Arkana.
Wann ist es empfehlenswert nur die eine oder andere Arkana zu verwenden?
Gibt es Fragetypen die besser den einen oder anderen Kartenumfang als zuständig sehen lassen?
Es gibt in manchen Büchern die Empfehlung, z.B. für das kleine Kreuz nur die Trümpfe (also die großen Arkana) zu verwenden. Nach meiner Erfahrung erschwert das aber eher die Deutung, weil die kleinen Arkana sich oft wesentlich besser für Detailaussagen ausdeuten lassen.
Nur die Kleinen zu verwenden, der Vorschlag ist mir noch nicht begegnet. Ich würde generell das ganze Deck empfehlen. Die Hofkarten lassen sich zwar oft schwer in eine Deutung fassen, andererseits können sie bei gehäuftem Auftreten schon einen Hinweis darauf geben, dass man die Legung u.U. besser ganz in die Tonne tritt (also etwa wie die Deutungseinschränkungen in der Stundenastrologie).

Aber auf jeden Fall eine interessante Frage, die es sich durchaus weiter zu diskutieren lohnt. Vielleicht haben ja andere auch noch Erfahrungen mit der ein oder anderen Variante gemacht, die sie hier teilen möchten. :yes:

Liebe Grüße,
Björn

PS: Ich missbrauche den Thread dann mal dafür, meine Decks auch gleich vorzustellen: Rider, Crowley und Röhrig :crazy:

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La vie est belle
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Beitrag von La vie est belle » Do 11. Okt 2018, 11:04

Guten Morgen frajoscha, guten Morgen Traumprinz,
frajoscha hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 09:44
In der Astrologie als auch im Yi Jing und bei den Karten kommt es entscheidend auf die Fragestellung an. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Frage so formuliert sein sollte, dass sie durch keine andere bessere Frage ersetzt werden kann. Wenn diese Qualität erreicht ist hat man bereits ein Teil des geschilderten Anliegen
selbst gelöst.
Viel besser, kann man das nicht ausformulieren. Die richtige Fragestellung, ist bereits die halbe Miete.

frajoscha hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 09:44
Zu oft musste ich selbst als Geburtshelfer bei Frageformulierungen einspringen, da es offensichtlich beschwerlich ist das Problem mit dem man befasst ist heraus zu kristallisieren.
Steckt man in einer schwierigen Angelegenheit, ist es oft nicht einfach, die Frage richtig und passend zu äußern. Häufig wird auch der Zeigefinger mahnend erhoben, wenn die Fragen auf ein Ja oder Nein abzielen. In den meisten Fällen sind aber gerade diese Fragen unabdingbar. Der Fragende wird also aufgefordert seine Frage offen zu formulieren. Dann fragt er, "wie geht es mit Xy weiter?", verschweigt aber, dass die Beziehung schon längst zu ihrem Ende gefunden hat. Welche Weiterentwicklung sollen die Karten nun anzeigen? Beim Kartendeuten, baut meiner Meinung nach, eine Frage auf die andere auf. Wenn der andere nicht mehr bereit ist, sich zu melden, den Kontakt, die Nähe zur fragenden Person zu suchen, dann braucht es in der Regel auch keine weiteren Fragen mehr. Wird die Frage positiv bejaht, kann man weiter fragen - detaillierter und langsam zum Kern vordringen.

Sonnige Grüße,
La vie

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Beitrag von frajoscha » Do 11. Okt 2018, 15:01

@ Traumprinz und la vie est belle,

Hallo Ihr beide,

besten Dank für Eure rasche Erwiderung. Ich werde mich darin vertiefen.
Grüße, frajoscha

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Beitrag von GreenTara » Fr 12. Okt 2018, 10:16

Guten Morgen allerseits :)
Hallo Frajoscha :)
frajoscha hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 09:44
Meine Frage gilt jedoch der Aussagekompetenz der Kleinen und Großen Arkana.
Wann ist es empfehlenswert nur die eine oder andere Arkana zu verwenden?
Gibt es Fragetypen die besser den einen oder anderen Kartenumfang als zuständig sehen lassen?
Vielleicht interessiert dich mein Senf dazu auch noch: Es wird gelegentlich Anfängern empfohlen, nur mit den Großen Arkana zu legen, bis sie mehr Übung im Deuten der Karten haben. Das habe ich anfangs auch brav versucht und war hinterher verwirrter als vor der Legung. Daraufhin machte ich mir Gedanken, weshalb das so ist. Jahre später fiel mir auf, dass man weniger Möglichkeiten der Abstufung (Werigkeit, Wichtigkeit etc.) und Gewichtung innerhalb einer Legung hat, wenn man nur mit den "höherwertigen" Karten legt.

Mir ist eigentlich nur ein Legesystem bekannt, in dem nur Große Arkana verwendet werden. Ausprobieren kann man das hier: www.tarot.cx , wenn man "Die große Tafel" auswählt. Ich habe es versucht und finde sie so gut wie undeutbar.

Deine Idee scheint zu sein, dass man Fragen in Kategorien einteilt und dann entsprechend einen Teil der Karten verwendet? Die Idee ist ja nicht uncharmant und man könnte sie durchaus testen. Vielleicht in etwa so: Bei Fragen zu wichtigen Themen, die die eigene Entwicklung oder wichtige Entscheidungen betreffen, die Großen Arkana verwenden und bei "Alltagsfragen" a la "Wie wird der Wochenendausflug"die Kleinen Arkana.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Frage so formuliert sein sollte, dass sie durch keine andere bessere
Frage ersetzt werden kann. Wenn diese Qualität erreicht ist hat man bereits ein Teil des geschilderten Anliegen
selbst gelöst.
Die Formulierung der Frage ist in der Tat die halbe Miete. Es ist in der Tat gar nicht so leicht, sie so zu formulieren, dass sie von durch Karten und deren Deutung beantwortet werden kann. Außerdem hängt von der Frage auch ab, welches Legesystem man wählt oder aber man hält ein Legesystem für eine bestimmte Thematik geeignet, was auch schon bei der Formulierung der Frage helfen kann.

Liebe Grüße
Rita
»Menschliche Reife ist das Richtige zu tun, selbst wenn es die Eltern empfohlen haben.«

Paul Watzlawick

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Beitrag von GreenTara » Fr 12. Okt 2018, 10:31

Hallo La vie :)
La vie est belle hat geschrieben:
Do 11. Okt 2018, 11:04
Häufig wird auch der Zeigefinger mahnend erhoben, wenn die Fragen auf ein Ja oder Nein abzielen. In den meisten Fällen sind aber gerade diese Fragen unabdingbar. Der Fragende wird also aufgefordert seine Frage offen zu formulieren. Dann fragt er, "wie geht es mit Xy weiter?", verschweigt aber, dass die Beziehung schon längst zu ihrem Ende gefunden hat.
Hm, ich habe noch nicht erlebt, dass sich die Frage nicht umformulieren lässt. Oder jemand fragt, wie es mit Heinz-Otto weitergeht, obwohl die Beziehung zu Ende ist. Das wäre ja in der Tat ein Quatsch. Aber man kann doch ein Beziehungsspiel legen, wenn jemand wissen möchte, ob Heinz-Otto nicht vielleicht doch noch zarte Gefühle hegt. Da wird sich schon zeigen, ob da etwas ist.

Beispiel aus der Praxis: Ich habe eine Freundin, die permanent auf Freiersfüßen wandelte und so gut wie jeden Mann, der ihr halbwegs sympathisch war, als potentiellen Partner betrachtete (Krebs-DC :D). Und dann wurde gelegt und ich "musste" per Mail deuten. Und jedesmal kam heraus, dass sie zwar schwer in Wallung geraten war, sie aber für den Mann als potentielle Partnerin gar nicht in Frage kam. Und das konnte man schon herausfinden durch die schlichte Frage: Wie steht dieser Heinz-Otto zu mir? Ich habe auch noch nie erlebt, dass sich aus einer Tarotlegung ein mehr oder weniger eindeutiges Ja oder Nein herauslesen lässt.
Beim Kartendeuten, baut meiner Meinung nach, eine Frage auf die andere auf. Wenn der andere nicht mehr bereit ist, sich zu melden, den Kontakt, die Nähe zur fragenden Person zu suchen, dann braucht es in der Regel auch keine weiteren Fragen mehr. Wird die Frage positiv bejaht, kann man weiter fragen - detaillierter und langsam zum Kern vordringen.
Ich verstehe, was du meinst: Oft ergibt sich etwas aus dem Kartenbild, worauf man eine nächste Legung aufbauen kann. Man "legt nach". Aber auch da scheint mir bissel Vorsicht geboten: Man kann sich auch zu Tode legen. Die Legungen werden dann auch in ihren Aussagen "verwaschener". Besagte Freundin war nie mit den Ergebnissen ihrer Legungen zufrieden, und dann wurde auf Details ein Kleines Kreuz gelegt. Und noch eins und noch eins. Spätestens das dritte Kleine Kreuz war so gut wie undeutbar, da lagen dann lauter Trümpfe oder Hofkarten herum.

Vielleicht ist das mit den Lenormandkarten bissel anders, nur kenne ich mich mit denen nur rudimentär aus. während ich mit den Tarotkarten eine ganze Weile sehr intensiv beschäftigt war.

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von La vie est belle » Mo 15. Okt 2018, 11:58

Hallo Rita,

hat ein wenig gedauert, mit meiner Rückantwort. :blumen:
GreenTara hat geschrieben:
Fr 12. Okt 2018, 10:31
Hm, ich habe noch nicht erlebt, dass sich die Frage nicht umformulieren lässt. Oder jemand fragt, wie es mit Heinz-Otto weitergeht, obwohl die Beziehung zu Ende ist. Das wäre ja in der Tat ein Quatsch. Aber man kann doch ein Beziehungsspiel legen, wenn jemand wissen möchte, ob Heinz-Otto nicht vielleicht doch noch zarte Gefühle hegt. Da wird sich schon zeigen, ob da etwas ist.
Im Lenormand-Bereich gibt es nichts, was es nicht gibt. Wohl deshalb, weil das "die" Karten sind, die zur Zukunftsvorausschau gerne zur Hand genommen werden. Es ist keine Seltenheit, dass gefragt wird, ob "Heinz-Otto", nicht doch noch zurückkommt, obwohl die Trennung schon 5 Jahre zurück liegt.
GreenTara hat geschrieben:
Fr 12. Okt 2018, 10:31
Beispiel aus der Praxis: Ich habe eine Freundin, die permanent auf Freiersfüßen wandelte und so gut wie jeden Mann, der ihr halbwegs sympathisch war, als potentiellen Partner betrachtete (Krebs-DC :D). Und dann wurde gelegt und ich "musste" per Mail deuten. Und jedesmal kam heraus, dass sie zwar schwer in Wallung geraten war, sie aber für den Mann als potentielle Partnerin gar nicht in Frage kam. Und das konnte man schon herausfinden durch die schlichte Frage: Wie steht dieser Heinz-Otto zu mir? Ich habe auch noch nie erlebt, dass sich aus einer Tarotlegung ein mehr oder weniger eindeutiges Ja oder Nein herauslesen lässt.
Oder eine Frau sieht ihren Traumprinzen jeden Morgen an der Bushaltestelle und fragt, ob es was mit ihm wird, obwohl sie ihn überhaupt nicht kennt. Zwei Wochen später finden sie einen anderen süß und fragt, wie es mit diesem Prinzen steht. :rofl: Ja, das stimmt natürlich, die Karten werden dann schon anzeigen, was Sache ist. So ganz abgeschrieben, habe ich die Ja/ Nein-Fragen, allerdings noch nicht.
GreenTara hat geschrieben:
Fr 12. Okt 2018, 10:31
Ich verstehe, was du meinst: Oft ergibt sich etwas aus dem Kartenbild, worauf man eine nächste Legung aufbauen kann. Man "legt nach". Aber auch da scheint mir bissel Vorsicht geboten: Man kann sich auch zu Tode legen. Die Legungen werden dann auch in ihren Aussagen "verwaschener". Besagte Freundin war nie mit den Ergebnissen ihrer Legungen zufrieden, und dann wurde auf Details ein Kleines Kreuz gelegt. Und noch eins und noch eins. Spätestens das dritte Kleine Kreuz war so gut wie undeutbar, da lagen dann lauter Trümpfe oder Hofkarten herum.
Wie schön. Du zeigst auch immer die andere Seite auf. :spitze:
GreenTara hat geschrieben:
Fr 12. Okt 2018, 10:31
Vielleicht ist das mit den Lenormandkarten bissel anders, nur kenne ich mich mit denen nur rudimentär aus. während ich mit den Tarotkarten eine ganze Weile sehr intensiv beschäftigt war.
So geht es mir mit den Tarotkarten.
Ich muss mal gucken, ob ich eine einfache Entscheidungslegung für die Tarotkarten finde. Im 2. Schritt geht es dann darum, die Frage richtig zu formulieren.

Die Aussagen, ob astrologisch und/ oder kartentechnisch, müssen sich doch ähneln oder nicht?

Sonnige Grüße,
La vie

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