Keltisches Kreuz von Elias

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Keltisches Kreuz von Elias

Beitrag von Mondknoten_00 » So 7. Okt 2018, 23:00

Hallo Zusammen :)


ich hab jetzt auch mal gezogen ;)

Frage: wie werde ich zukünftig die Wiedersprüche in meinem Leben unter einen Hut bringen ?


Karten :

1: Königin der Kelche
2: Königin der Münzen
3: die Liebenden
4: 2 der Kelche
5: der Herrscher
6: 9 der Stäbe
7: drei der schwerter
8: 3 der Münzen
9: König der Stäbe
10: 7 der Münzen



:D


Liebe Grüße
Elias
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Beitrag von GreenTara » So 7. Okt 2018, 23:26

Hallo Elias :)
Mondknoten_00 hat geschrieben:
So 7. Okt 2018, 23:00
ich hab jetzt auch mal gezogen ;)
Sehr mutig. :spitze: Leider habe ich gleich was zu bemäkeln, da kannst du aber nichts dafür: Der Fragezeitraum ist zu unbestimmt, ich würde dir raten, den Zeitrahmen zu präzisieren und die Frage in etwa so zu stellen:

Wie werde ich in den nächsten Monaten mit den Widersprüchen in meinem Leben umgehen?

Wie komme ich darauf? Die Legung selbst verrät es: Als Hauptthema und das dazu kommende Thema liegen zwei Personenkarten, die obendrein gegengeschlechtlich sind. Das allein ist schon schwierig zu deuten, aber das Maß voll macht die dritte Personenkarte. Das ist bissel viel. Ich weiß zwar, dass sich viele Deuter dadurch nicht abhalten lassen, aber meiner Erfahrung nach ist es besser, sich noch einmal zu sammeln, zu konzentrieren und neu zu ziehen.

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von Mondknoten_00 » Mo 8. Okt 2018, 17:57

Hallo Rita :)


Soooo hab die Frage umformuliert und nochmal gezogen. Dabei kam raus :

1. Der Wagen
2. König der Stäbe
3. König der Kelche
4. 8 der Münzen
5. Ass der Münzen
6. die Gerechtigkeit
7. die Mäßigkeit
8. 3 der Schwerter
9. 4 der Münzen
10. der Stern


Liebe Grüße

Elias
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Beitrag von GreenTara » Mo 8. Okt 2018, 18:33

Hallo Elias :)
Mondknoten_00 hat geschrieben:
Mo 8. Okt 2018, 17:57
Soooo hab die Frage umformuliert und nochmal gezogen.
Viel besser, jetzt hat die Legung "Wumms". Gut, dass du neu gelegt hast, das andere hätte man zwar mit Gewalt deuten können, aber irgendwie lag mir das gesamte Kartenbild quer.

Die Deutung werde ich spätestens morgen schreiben, jetzt lasse ich die ausgelegten Karten erst einmal auf mich wirken. :yes:

Liebe Grüße und einen schönen Abend
Rita
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Beitrag von GreenTara » Di 9. Okt 2018, 16:31

Hallo Elias :)

da du dich mit Tarot noch nicht so gut auskennst, muss ich bissel ausholen und vermutlich werde ich mehr als einen Beitrag schreiben. Die Deutung kommt also in Scheibchen.

Zunächst etwas zu dem Legesystem, das du verwendet hast. Es handelt sich dabei um das Keltische Kreuz, das wie sein kleiner Bruder, das Kleine Kreuz, für fast alle Arten von Fragen geeignet ist und das man auch ohne konkrete Fragestellung legen kann. Bei den Legesystemen hat jeder Platz, auf dem eine Karte liegt, eine bestimmte Bedeutung, analog zu den Zeichen und Häusern in einem Horoskop. Die Karte selbst ist dann wie ein Planet in einem Zeichen oder einem Haus zu betrachten. Das Keltische Kreuz ist eine recht umfassende Legung, die sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft reicht und manchmal sogar zeigt, wie andere Menschen eine Situation einschätzen.

Let‘s go :) Deine Frage war:
Mondknoten_00 hat geschrieben:
Mo 8. Okt 2018, 17:57
Wie werde ich in den nächsten Monaten mit den Widersprüchen in meinem Leben umgehen?
Platz 1: Worum geht es? Was ist das Hauptthema? Der Wagen

Der Wagen gehört zu den Trümpfen oder Großen Arkana, von denen es 22 gibt. Der Wagen ist die Karte der Sammlung vor einem Aufbruch, der Moment, kurz bevor man eine Reise antritt oder auf Fahrt geht. Wenn man sich die Karte genau ansieht, steht da ein junger Mann auf einem Gefährt, ein Schwert in der rechten Hand hochhaltend. Die linke Hand sieht aus, als würde er einen Zügel halten, nur sind die vor dem Wagen liegenden Sphingen gar nicht mit dem Wagen verbunden. Der Wagen ist also ohne Zugtiere, ohne die Möglichkeit einer Lenkung. Also: Keine Zügel, keine Lenkung, keine Zugtiere. Der Wagen steht. Wenn er fahren würde, wäre es kein Spaß, denn die Sphingen würde in gegensätzliche Richtungen laufen: Die schwarze Sphinx nach rechts, die weiße nach links. Wie könnte man das jetzt auf deine Frage übertragen?

An sich möchtest du loslegen, etwas verändern, dich bewegen – nur hast du noch nicht alles beisammen, was du für deine Reise brauchst. Auch sieht man an den in unterschiedliche Richtungen blickenden Viechern, dass es um Dinge geht, die von sich aus nicht unbedingt in einer Spur laufen. Das Thema deiner Frage ist also durch die Karte Wagen „abgedeckt“. Was an „Reiseutensilien“ noch fehlt, außer Zugtieren oder Lenkung ist vielleicht das, was man Lebenserfahrung nennen könnte, denn die Person auf der Karte sieht sehr jung aus. Das heißt, das, was diese Person braucht, muss sie sich auf ihrem Weg (ihrer anstehenden Reise) erst noch erwerben.

Platz 2: Hinzukommendes Thema, ein förderlicher oder hinderlicher Einfluss: König der Stäbe

Diese Karte zeigt einen König auf seinem Thron, der in der rechten Hand einen Stab hält. Stäbe im Tarot entsprechen dem astrologischen Element Feuer. Der König als Personenkarte ist ein gefestigter, erwachsener Mann, der sich aber seine Begeisterungsfähigkeit erhalten hat. Er ist aber niemand, der wie der junge Wagenlenker in der Karte auf Platz 1 mit den Hufen scharrt, sondern sich in Geduld üben kann: Er nimmt auf seinem Thron eine sehr stabile Sitzhaltung ein, die aber nicht ein passives Herumhängen ist, sondern zeigt, dass er durchaus in der Lage wäre, sich zu erheben und zu handeln, die Initiative zu ergreifen. Dieser König weiß, was er kann und was er will, und er kann seine Fähigkeiten einsetzen.

Bezogen auf deine Frage und die Karte der Wagen könnte das bedeuten, dass du trotz deiner Aufbruchstimmung durchaus in der Lage bist, deine Ungeduld zu zügeln, dir ein Bild von der Lage zu machen und deine Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, ohne dich in deinem Eroberungswillen (Wagen) zu beschneiden. Mir scheint es, als sei diese Karte der hilfreiche Einfluss, mit dem du einen Teil der durch den Wagen angezeigten noch fehlenden „Reife“ ausgleichen kannst.

Platz 5: Was hat zu der Frage oder der jetzigen Situation geführt, jüngere Vergangenheit: Ass der Münzen

Die Asse im Tarot sind immer die erste Karte in einem Satz der Kleinen Arkana, sie entsprechen den Jokern und haben den Zahlenwert 1. Mit diesem Zahlenwert sind immer Anfangssituationen gekennzeichnet, wie etwa im Horoskop in Haus 1 bzw. den kardinalen Häuser. Asse beinhalten viele Möglichkeiten, aber erst später entscheidet sich, ob und wie aus der Fülle der Möglichkeiten etwas gemacht wird oder entsteht. Die Münzen im Tarot entsprechen dem astrologischen Element Erde. Es geht hier also um alle konkreten Möglichkeiten, alles, was realisierbar sein könnte. Es geht um alles, was mit dem Element Erde in Verbindung gebracht wird, also alles Dingliche, das, was man anfassen, schmecken, riechen etc. kann. Ein weiterer Aspekt ist der Umgang mit Materie und damit besteht auch ein Bezug zu Geld.

Die Hand, die aus einer Wolke ragt, hält eine wunderschöne Goldmünze. Darunter befinden sich eine Art Wiese und ein Weg, der durch ein aus einer Hecke (oder ähnlichem) gebildeten Torbogen führt. Durch den Torbogen hindurch sieht man in der Ferne liegende Gipfel, die zu einer Bergkette gehören könnten.

Bezogen auf deine Frage schätze ich, dass dich die vielen Möglichkeiten, die die materielle, dingliche Welt bietet, sehr fasziniert haben. Vielleicht steckte da auch so ein wenig „wenn ich XY besitze, dann macht mich das zufrieden oder glücklich“ drin. Dass dich diese Möglichkeiten, die sich ja nicht immer realisieren lassen, nicht so ganz glücklich und zufrieden machen, zeigt die Karte auf Platz 3, der König der Kelche.

Zu dem komme ich im folgenden Beitrag, okay?

Bis später und liebe Grüße
Rita
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Beitrag von GreenTara » Di 9. Okt 2018, 18:36

Weiter geht es:

Platz 3: Wie schätze ich selbst die Situation ein, was ist mir bewusst, was habe ich im Kopf: König der Kelche

Könige haben für mich – wie der Herrscher auch – etwas sehr Statisches. Die sitzen da fest auf ihren Thronen und schauen relativ ungerührt auf das Treiben um sie herum. Wobei die Haltung des Kelchkönigs nicht völlig statisch ist: Der rechte Fuß ist leicht nach vorne gesetzt und er lehnt sich mit dem Rücken auch nicht vollständig an den Thron an. Es sieht so aus, als sei er durchaus bereit, aktiv zu werden, wenn die Situation es erfordert. Unter seinem Thron sieht man Wellen. Mir scheint, der König ist jemand, der mit seinen Gefühlen umzugehen weiß: Er wird von ihnen getragen (Thron auf den Wellen), aber er lässt sich durch seine Gefühle nicht übermäßig irritieren. Er „beherrscht“ sie und wird nicht von ihnen beherrscht. Darauf weisen auch die unterschiedlich geformten Kelche hin, die er in beiden Händen hält. Er hat sich also – obwohl er ein Mann voller Gefühle ist - „im Griff“. Und genau diese Fähigkeit, sich und seine Emotionen im Griff zu haben, ohne sie zu verleugnen oder zu verdrängen, ist der Garant dafür, anderen dann helfen zu können, wenn es nötig wird – aber auch nicht eine Minute eher. Wenn man ganz genau hinsieht, ist links im Hintergrund ein „hüpfender“ Fisch zu sehen und rechts ein Schiff mit roten Segeln. Das legt nahe, dass der Thron mitten im Ozean schwimmt. Setzt man Wasser mit Leben gleich, dann schöpft dieser König aus dem Vollen und er weiß genau, dass das Leben (Wasser bzw. Kelche) ihn trägt.

Die Schattenseite des Königs der Kelche ist der weltfremde Spinner, der nichts auf die Reihe bekommt und einem wandelnden Chaos gleicht. Da Platz 3 das ist, was dir bewusst ist, wäre eine mögliche Deutung die, dass du auf dem Wasser treibst (bildlich gesehen), ohne dass Land in Sicht wäre. Oder auf deine Frage übertragen: So ganz klar ist dir der Weg noch nicht, den du auf jeden Fall beschreiten möchtest. Da der König der Kelche aber auch das Element Wasser in einer reifen Form beschreibt, ist dir einfach bewusst, dass du dir deinen Weg wie das Wasser suchen musst. Oder: Steter Tropfen höhlt den Stein. Dafür spricht die Karte auf Platz 4.

Platz 4: Das Unbewusste, das, was dich trägt, die Basis, auf der alles ruht: 8 der Münzen

Die Person auf der Karte ist fleißig am werkeln, sechs der acht Münzen scheinen schon fertig bearbeitet zu sein (rechts im Bild), eine hat er vor sich auf seiner Werkband und eine weitere liegt am Boden und scheint der Feinbearbeitung zu harren. Der Mann wirkt konzentriert und scheint sich seinem Werk ganz hinzugeben. Dabei wirkt er aber nicht übermäßig angespannt und er scheint genau zu wissen, was er tut. Er kann auf seine bereits erworbenen Fähigkeiten vertrauen und arbeitet das ab, was abzuarbeiten ist. Manche sehen in dieser Karte den Lehrling, der dabei ist, sein Meisterstück zu fertigen und dieses mit Hingabe tut. Die „Botschaft“ könnte lauten: Wenn du dich etwas mit Freude am eigenen Tun hingibst, kannst du alles meistern.

Als „Basis“ dieser Legung ist das eine sehr schöne Karte, die zeigt, dass du auf deine angeborenen und bereits erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten bauen kannst, dass du in der Lage bist, vieles zu meistern. Eine andere Karte an diesem Platz könnte das, was man erreichen möchte, quasi sabotieren. Deswegen ist dieser Platz in der Legung so wichtig: Er zeigt, ob ein Vorhaben, ein Anliegen eine solide Basis hat oder auf tönernen Füßen steht. Für mich bedeutet sie im Zusammenhang mit deiner Frage, dass du dir alles aneignen kannst, was du auf dem von dir gewünschten Weg brauchst.

Platz 6: Die naheliegende Zukunft (das kann schon morgen sein), das, was dich als nächstes erwartet: Die Gerechtigkeit

Auf dieser Karte ist eine Figur abgebildet, die abwägt und Recht spricht, sie ist vermutlich eine Darstellung der Könige in früheren Zeiten, als diese noch die obersten Richter ihres Landes waren. In der linken Hand hält die Person eine Waage, die im Gleichgewicht ist. Sie sitzt stabil auf ihrem Thron und schaut geradeaus und unbewegt auf das, was sich vor ihr abspielen könnte. Die allgemeine Bedeutung dieses Trumpfes ist: Man bekommt, was man verdient, im Guten wie im Schlechten und das ist „gerecht“. Sie bedeutet auch Objektivität, ein nüchternes Urteil und einen Sinn für Fairness.

Diese Karte auf deine Frage zu beziehen, finde ich jetzt nicht so ganz einfach. Vielleicht wirst du mit den Konsequenzen von Widersprüchlichkeiten konfrontiert bzw. den Folgen der Handlungen, in denen du nicht eindeutig Position bezogen hast, sondern ambivalent gewesen bist. Beispiel: Du sagst das eine und tust das andere – was dann zum Beispiel Mitmenschen nicht unbedingt beglückt.

Kurze Sendepause. :D
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Beitrag von GreenTara » Di 9. Okt 2018, 18:43

Hallo Elias :)

da du vermutlich keinen Screenshot deiner Legung und auch keine eigenen Karten hast, habe ich die Legung - so gut es ging - fotografiert:

KK Elias.png
KK Elias.png (1.03 MiB) 275 mal betrachtet

Nicht schön, aber selten. :cool: :D Und vielleicht besser als mit ohne Bild.

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von GreenTara » Mi 10. Okt 2018, 11:09

Hallo Elias :)

auf zu letzten Teil deiner Legung. :)

Platz 7: So sieht der Fragesteller die ganze Angelegenheit: Die Mäßigkeit

Auf der Karte ist ein Engel zu sehen, allerdings mit roten Flügeln. Es scheint also ein „Spezial-Engel zu sein. Er steht halb in einem Gewässer, halb am Ufer. Sehr konzentriert wirkend gießt er Wasser aus einem Kelch in einen anderen. Aber nun kommt das Besondere, was einem auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so auffällt: Es muss sich um eine Art Engel handeln, denn ein menschliches Wesen könnte niemals wie er das Wasser von einem Kelch in den anderen gießen. Wasser fließt gerade nach unten, nicht zur Seite wie in der Karte dargestellt. Der Engel vollbringt also etwas, was eigentlich unmöglich oder übermenschlich ist. Er ist in einer Art Balance. Jedoch ist das Balancieren auch anstrengend, denn der eine Fuß steht im Wasser, der andere nicht. Einen festen Stand hat man, wenn man mit beiden Füßen auf dem Boden steht. So ganz unanstrengend ist das nicht, was die Gestalt auf der Karte da vorführt.

Der Name dieses Trumpfes ist Mäßigkeit. Was könnte das bedeuten? Im Buddhismus gibt es einen Mittleren Weg, der zur Erleuchtung führen soll. Mittlerer Weg deshalb, weil man nicht in Extreme verfallen soll, sondern es aus dieser Sicht besser ist, sich in der Mitte zweier Pole zu bewegen. Deshalb ist die Mäßigkeit bei mir auch eher so etwas wie „das rechte Maß“ finden oder ein Gleichgewicht. Dabei sehe ich aber auch in diesem Gleichgewicht, dass es ein Zustand ist, der einem nicht in den Schoß fällt oder der dauerhaft ist, sondern der immer wieder und wieder und wieder hergestellt werden muss. Sprich: Es geht um Aktivität und nicht um ein Geschehenlassen.

Dir ist also schon klar, dass es im Grunde genommen gar nicht möglich ist, Widersprüchliches unter einen Hut zu bekommen, wie du es beim ersten Legeversuch in deiner Frage formuliert hast. Es wäre ein Unterfangen, dass „übermenschliche“ Fähigkeiten erfordern würde. Es ist wie mit Quadraten im Horoskop, von denen ein Autor sagte, man könne die beteiligten Planeten einfach nicht unter einen Hut bekommen, selbst dann nicht, wenn man ihnen jeden Tag einen neuen Hut kauft. Es geht also tatsächlich um Aktivität, nämlich sich immer wieder neu um das „rechte Maß“ zu bemühen.


Platz 8: Das Umfeld, der Ort oder der Einfluss anderer Personen bezüglich des Themas: 3 der Schwerter

Auf dieser Karte sieht man ein fast in der Luft hängendes Herz, das von drei Schwertern durchbohrt ist. Schwerter entsprechen in etwa dem astrologischen Element Luft und sind damit der Ebene der Gedanken und dem Verstand, der Ratio, dem Intellekt zuzuordnen. Was an dieser Karte für mich so interessant ist: Man könnte ja schnell auf Liebeskummer und Herzschmerz kommen, aber: Das durchbohrte Herz blutet nicht! Die Karte sieht also auf den ersten Blick oft ärger aus, als sie ist. Manchmal ist es ja gut, wenn man seinen Gefühlen mit Verstand zu Leibe rückt. Das fühlt sich nicht immer gut an, es kann auch schmerzen, wenn man sich gegen sein Gefühl entscheidet, aber es ist auch gut möglich, dass man dadurch Emotionen „abschneidet“, die einem nicht gut tun. (Es gibt im tibetischen Buddhismus eine Praxis namens Chöd, mit der man genau diese Art des Fühlens – die Anhaftung an das Ego – durchtrennt.)

Im Zusammenhang mit deiner Frage würde ich diese Karte nicht auf einen Ort oder eine Umgebung beziehen, sondern darauf, was andere Personen darüber denken oder wie sie deine Situation einschätzen. Mir kommt es angesichts der gesamten Legung so vor, als würden sie dich völlig anders einschätzen als du dich selbst. Dein „Ringen“ um einen guten Weg für dich scheint auf Personen in deiner Umgebung (vermutlich deine Familie) so zu wirken, als seist du etwas „verquält“ unterwegs oder würdest ganz besonders stark leiden. Vielleicht halten sie dich auch für zerrissener, als du tatsächlich bist. An diesen von anderen wahrgenommen Schmerz glaube ich angesichts der übrigen Karten jedoch nicht, denn deine „Basiskarte“ zeigt ja Geduld und Vertrauen in dich selbst (8 Münzen).


Platz 9: Höffnungen und Wünsche, Befürchtungen und Ängste: 4 der Münzen

Für mich stellt diese Karte ein Festhalten dar. Man setzt sich auf etwas drauf, was man hat, und zwar nicht nur mit allen Vieren. Die Haltung der Gestalt auf der Karte mit den Füßen auf zwei Münzen, einer weiteren in den Händen und dann noch einer auf dem Kopf sieht statisch und total anstrengend aus. Wehe, der Kerl bewegt sich: Dann ist mindestens die Münze auf der Krone hinfort. Man könnte sagen, wenn er sich bewegt, bricht ihm ein Zacken aus der Krone. Es geht also um ein Festhalten, das womöglich aus einem gewissen Stolz und auch aus einem „Haben- und Behalten-Wollen“ resultiert. Bewegung und Entwicklung sind aus der Perspektive dieser Karte kaum möglich: Man ist in einer Situation, die sich anfühlt, als sei man gebunden oder angenagelt. Dabei kann es durchaus um Erfordernisse gehen, die der Sicherheit geschuldet sind: Ohne Moos ist halt in diesem unserem Land nichts los und ohne ausreichende Geldmittel wird es schwer, durchs Leben zu kommen.

Bezogen auf deine Frage schätze ich, dass hier eher deine Befürchtungen dargestellt sind und du dich vor Stillstand oder einem zu starken Anhaften an materiellen Werten fürchtest. Vielleicht hast du bissel die Sorge, du könntest dich zu einem Geizhals entwickeln oder zu jemandem, der auch in seiner Haltung zum Leben zu unbeweglich ist. Was ja auch keine ganz unberechtigte Sorge ist, wenn man sich das Ass der Münzen anschaut, dass dich ja erst dazu gebracht hat, deine Widersprüchlichkeit bezüglich gewisser Verhaltensweisen zu hinterfragen. Und natürlich ist das „will haben“ etwas, was uns von morgens bis abends angeboten wird. Aber deine Frage verrät, dass du durchaus unterscheiden kannst zwischen „Haben und Sein“ (s. a. Erich Fromm und sein gleichnamiges Buch).

Platz 10: Die zweite in die Zukunft weisende Karte, der langfristige Ausblick oder das, wohin dich das Thema der Frage führt: Der Stern

Der Stern ist eine Karte der Großen Arkana, also ein Trumpf. Sie ist eine der Zukunftskarten schlechthin, sie steht für die Hoffnung oder auch Planung einer „guten“ Zukunft. Wir sehen eine Sonne, die die Form eines Sterns hat, umgeben von weiteren, etwas kleineren und helleren Sternen. Eine nackte Gestalt kniet mit einem Bein am Ufer einer Quelle, der rechte Fuß ist aufgesetzt auf dem Wasser. Im ersten Moment denkt man, sie würde Wasser aus dieser Quelle schöpfen. Das tut sie aber nicht: mit der rechten Hand gießt sie Wasser aus einem Krug in die Quelle, mit der linken gießt sie den Boden. Auch das Wasser, das sich über den Boden ergießt, fließt zurück in die Quelle. Das klingt ziemlich paradox, aber ich denke, damit soll ausgedrückt werden, dass es nicht schadet, wenn man sich selber „gießt“, wie ein Gärtner seine Pflanzen gießt. Bildhaft gesprochen könnte man sagen, dass die „Wasser des Lebens“ nie versiegen. Der Stern wird oft als „Schutzkarte“ bezeichnet, die ein gutes Gelingen eines Vorhabens anzeigt. Allerdings wird oft erst rückblickend deutlich, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt die Weichen im Leben richtig gestellt hat.

Bezogen auf deine Frage zeigt der Stern als Zukunftskarte an, dass es dir gelingen wird, einen guten Umgang mit dem zu finden, was du als widersprüchlich betrachtest. Wie „gut“ dein Umgang mit dir selbst und den unterschiedlichen Strebungen in dir ist, wird sich aber vermutlich nicht gleich oder in den nächsten Tagen zeigen, sondern erst, wenn du in einigen Wochen oder Monaten auf die derzeitige Situation und dein Erleben zurückblickst.

Das war es von meiner Seite her. Auf die Bildung einer Quintessenz (man zählt alle Zahlenwerte der Karten zusammen und bildet Quersummen) habe ich verzichtet, weil ich schon genug Buchstaben fabriziert habe. :roll: Falls sie dich aber doch interessieren sollte, und zwar brennend :D schreibe ich noch ein bissel was dazu. Aber jetzt bist du erst einmal mit einer Rückmeldung dran. ;) :)

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von La vie est belle » Mi 10. Okt 2018, 20:57

Hallo Rita, hallo Elias,

ich knöpfe mir erstmal nur diese Karte vor:

Platz 6: Die naheliegende Zukunft (das kann schon morgen sein), das, was dich als nächstes erwartet: Die Gerechtigkeit
Noch so vage habe ich in Erinnerung, dass die Karte auch mit Lebenslügen zu tun hat. So wirst du schon bald dazu aufgefordert, die Wahrheit zu sagen, Stellung zu beziehen. Du wirst mit deinen Taten konfrontiert und kommst nicht drumherum, deinen eigenen Anteil an einer bestimmten Angelegenheit zu übernehmen.
Ich würde die Karte mehr dem Verstand zuordnen und Gefühlsduselei vermeiden. Also überlegt, präzise und genau, (neutral) sein.
Letztlich geht es um Fairness, die Wahrheit erkennen und Verantwortung für dein Handeln tragen, denn in der Karte liegt auch ein gewisser Schuld-Begriff. Nicht im Sinne von alle Schuld auf sich zu laden, aber auch nicht, den anderen alles in die Schuhe zu schieben. Bleib´ bei dir und sei authentisch.

Schönen Abend,
La vie

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Beitrag von Traumprinz » Do 11. Okt 2018, 10:29

Hallo zusammen :)

Ich finde die Karte "Gerechtigkeit" nicht so ganz einfach zu fassen, allerdings bin ich der Meinung, dass sie oft überbewertet bzw. unnötig moralisch überfrachtet wird.
Wenn ich sie in einem Wort zusammenfassen sollte, würde ich "Kausalität" wählen: Die Ergebnisse, die man bekommt, sind eine direkte (und zeitnahe) Folge der vorangegangenen Handlungen - auch wenn das Ergebnis nicht immer so ausfällt wie man es vorher geplant hat, sollte es zumindest rückblickend sehr deutlich sein, wie diese Situation zustande kam. Wenn ich an ein Glas stoße, fällt es herunter. Und wenn ich mich ordentlich angestrengt habe, habe ich hinterher Muskelkater und im besten Fall auch noch einen Pokal. :yellowgrin: So in etwa...
Das Gegenstück dazu (taucht in dieser Legung nicht auf) ist das "Gericht", wo man mehr oder weniger etwas "verliehen" bekommt. Wenn man die Karte der Darstellung nach als Jüngstes Gericht deutet, hat man zwar auch einen gewissen Einfluss auf das Ergebnis, aber dort wird das "Gesamtwerk" bewertet und oft nicht nachvollziehbar, wie die Gewichtung der Einzelfaktoren ausfällt - oder wann der entscheidende Samen gelegt wurde. :gruebel:

Liebe Grüße,
Björn

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Beitrag von Mondknoten_00 » Do 11. Okt 2018, 22:49

Hallo Rita :)


So nun melde ich mich mal auf die tolle, ausführliche Deutung :yes:
Ich muss gestehen, dass es schwer wird das Ganze gut zu beschreiben, aber ich versuche es so gut es geht.

ih hab mir gedacht ich nehme auf jede Karte Stellung bzw vergleiche diese mit meiner aktuellen (gefühlten) Situation.


So nun mal los :


Die Karte 1 (wagen) trifft sehr gut die Grundmotivation : ich möchte was ändern an den Umständen die mir noch nicht wirklich gefallen bzw. recht behindern, aber es gibt immer diese nüchterne Stimme, welche eher zur Vernunft ruft, zum Abwarten ,da es ja immer Konsequenzen haben könnte. Ein wenig wie das Sprichwort: Lieber einen Spatz auf der Hand als eine Taube auf dem Dach :yes:
Die Aufbruchsstimmung ist auf jeden Fall vorhanden, nur wie ich das Ganze (meine Pläne) umsetze ist noch unklar. Blockierend wirken Zweifel und Ängste, die oft sehr irrational sind. Der König der Stäbe (Karte 2) könnte auch so etwas wie Erfahrung trotz meines jungen Alters anzeigen?


Karte 5(Ass der Münzen): Ja ich bin schon recht fasziniert von den materiellen, Dingen , weiß aber auch das diese allein nicht glücklich machen. Bei mir könnte sich das eher zeigen nach dem Wunsch materiell und finanziell abgesichtert zu sein.


Ich muss sagen das ich den König der Kelche (Karte 3) noch nicht so ganz umrissen hab. Ich schätze die Situation selbst so ein: Hör auf dein Herz und mach einfach mal das auf was du Lust hast und arbeite an dir um ausgeglichen zu sein. Außerdem weiß ich dass ich nicht wirklich jemand habe nach dem ich mich orientieren könnte, sondern das mein Weg erst gegangen werden muss. Sprich ich hab keine Werte an denen ich mich wirklich orientieren könnte, außer ein paar. Ich muss das ganze neu erschaffen und für mich passend machen, denn die wenigsten sind so wie ich gestrikt.
Und hier liegt auch die Schwachstelle : wenn man nix und keinen hat nach dem man sich orientieren kann und will muss man erst alles selbst am eigenen Leib erfahren und testen. Wobei auch fixe unkonkrete Ziele dabei sind, die erst noch konkret werden müssen.
Die Angst besteht in einer lebenslangen passivität, bzw das man das nicht im Alleingang schafft.



Die Karte 4 passt gut, da mir bewusst wird wie ehrgeizig ich dran arbeiten muss um Pläne zu erreichen um Wiedersprüchlichkeiten harmonierned zu kombinieren.
ich gehe da auch recht nüchtern vor und plane alles vorschaulich :roll: (Diese Karte könnte auch den Mond im Steinbock beschreiben) :yes:




Karte 6 (Gerechtigkeit) könnte das ein hinweis sein endlich mal Farbe zu zeigen und mehr zu sich selbst zu stehen?


7. Karte die Mäßigkeit : Genau mir ist dies bewusst , aber ich weis auch das man das ganze harmonisch und abgestimmt ausleben kann oder auf Mord und Totschlag. (Die Wiedersprüche und Spannungen)


Zu Karte nummer 8 kann ich mich leider auch nur wenig äußern, da ich es nicht weiß wie ich wahrgenommen werde. Ich denke aber man merkt schon an wie ich drauf bin, bzw denke ich eher das die Leute nicht denken, dass ich mich mit was beschäftige und dies mich ein wenig belastet. Ich denke eher die meisten denken : ahhhh der ,der tut sein Leben lang nur faullenzen :crazy: bzw sowas ähnliches. Und andere denken , wie ich es schaffe neben der Schule ncoh zu arbeiten und andere Dinge noch zu erledigen. Das ist recht bunt.


Karte 9 : die Angst ist gegeben , dass es zu einem Stillstand , zu einer Passivität kommt zu Geiz zu enormer Nüchternheit. Hoffnungen sind auch immer wieder stark vorhanden , eher in so einer Bipolarität : Festhalten - Loslassen


Karte 10 : diese Karte erfreut mich auch wenn ich mich noch wenig dazu äußern kann. Ist das eine recht dankbare Karte für das 10. Feld ? Hör auf dein Herz und schieß los ? :yes:



Liebe Grüße für die ausgezeichnete Arbeit

Elias
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