Sternzeichen und Status

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Derryck
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Sternzeichen und Status

Beitrag von Derryck » Mo 16. Mai 2022, 10:24

Hallo, alle miteinander!

Ich bin Derryck, neu im Forum und möchte gleich mit einer Frage das geballte Wissen dieser Community herausfordern.

Normalerweise bin ich nämlich gerne als Erklärbär im Netz unterwegs (auf Quora, Gutefrage und anderen Foren), aber nun habe ich im "hausaufgaben-forum" einen Thread entdeckt, mit dem ich nicht viel anzufangen weiß. Aber trotzdem möchte ich natürlich den Fragenden zur Seite stehen! Jetzt bitte ich aber euch um Mithilfe, als Experten in diesem Thema. Die Anfrage lautet wörtlich:

Wir haben in der Schule gerade einen Block "Para- und Populärwissenschaften", wo wir Aufsätze schreiben müssen zu Sachen wie Geister- und Schamanen, Prophezeiungen etc. Ich habe das Aufsatzthema "Sternzeichen und Status" bekommen. Frage ist also, wie die Sternzeichen sich auf Status, Reichtum, Macht und so weiter auswirken. Finde aber wenig Sachen im Internet, die mir helfen. Könnt ihr mir helfen?

Könnt ihr mir da aushelfen? Kennt ihr Theorien, Literatur, Weisheiten oder mehr zu diesem Thema, die ihr mit mir teilen mögt? Dann könnte ich diese Anfrage beantworten und euer Wissen weiterverbreiten.

LG,
Derryck
~ Online-Guru | Wissensschleuder | Moderator der Lerntippsammlung ~

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GreenTara
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Sternzeichen und Status

Beitrag von GreenTara » Mo 16. Mai 2022, 11:12

Hallo Derryck :)

willkommen im Space. :)
Derryck hat geschrieben:
Mo 16. Mai 2022, 10:24

Ich habe das Aufsatzthema "Sternzeichen und Status" bekommen. Frage ist also, wie die Sternzeichen sich auf Status, Reichtum, Macht und so weiter auswirken.

Könnt ihr mir da aushelfen? Kennt ihr Theorien, Literatur, Weisheiten oder mehr zu diesem Thema, die ihr mit mir teilen mögt? Dann könnte ich diese Anfrage beantworten und euer Wissen weiterverbreiten.
Sternzeichen können sich nicht "auswirken". Und zwar deshalb, weil sie nicht existieren bzw. es sich bei dem Begriff um eine marketingtaugliche Schöpfung handelt und gewissermaßen eine Abkürzung für "Sonne im Tierkreiszeichen x" handelt.

Tauglich machte diese Wortschöpfung Alan Leo, der auch erste Textbausteine verwendete:
Zusammen mit Frederick Lacey gründete er am 21.11.1889 die Zeitschrift "Astrologer's Magazine". In ihr war ein verlockendes Angebot enthalten: bei einem Abonnement bekam man ein kostenloses Horoskop dazu, wofür Leo - auf Anregung seines Sekretärs - auch kombinierbare Textbausteine verwendete. Innerhalb eines Jahres konnte er auf diese Weise 1500 Abos absetzen, für die damalige Zeit ein Riesenerfolg; 1895 waren es bereits 4000. Dana Gerhardt schreibt darüber: "Wie jeder schlaue Geschäftsführer, der ein Produkt herstellt, erkannte er die Notwendigkeit, seine Produktion zu vereinfachen. Und so kürzte er das Geburtshoroskop ohne langes Zögern auf einen einzigen Faktor zusammen: das Sonnenzeichen. Durch diesen meisterhaften Zug erfand er einen Weg, die Menschheit in zwölf einfache Gruppen zu unterteilen. Denn jeder kennt schließlich sein Geburtsdatum. Ohne etwas über die Komplexität echter Astrologie wissen zu müssen, konnte sich nun also jeder in einer dieser zwölf Gruppen einordnen. Und so waren die Zeitungshoroskope geboren."[7]. Somit kann Leo als Erfinder der modernen Sonnenzeichenastrologie, in gewissem Sinne sogar als Stammvater der Computerastrologie gelten.

Quelle: https://www.astro.com/astrowiki/de/Alan_Leo#Astrologie
Es gab immer wieder Versuche, Menschen nach "Sternzeichen" zu kategorisieren bzw. zu "beweisen", dass an den "Sternzeichen" etwas "dran" sei. In jüngerer Zeit unternahm Gunter Sachs diesen Versuch in "Die Akte Astrologie" mit Unmengen an Datenauswertungen. Siehe: https://www.astro.com/astrowiki/de/Gunt ... rologie.22

Kritik an der Arbeit von Sachs übte unter anderem Dr. Peter Niehenke:
Fazit: Gunter Sachs hat durch seine Studie zwar nachgewiesen, daß die Verteilung der Geburten über das Jahr hinweg in den von ihm untersuchten Gruppen nicht gleichmäßig ist und von der statistisch zu erwartenden Verteilung signifikant abweicht. Dies ist bemerkenswert, nur hat dies (noch) nichts mit den Tierkreiszeichen oder der Astrologie zu tun! Ob es damit etwas zu tun hat, müßte gesondert gezeigt werden. So, wie die Ergebnisse von Gunter Sachs jetzt vorliegen, sind sie zwar statistisch interessant aber astrologisch irrelevant. Sie sind weit davon entfernt, ein "Beweis" für die Astrologie zu sein - und ich persönlich bin auch überzeugt, daß auf der Grundlage dieser Daten nicht die geringste Chance für einen solchen Beweis besteht.

Meine Überzeugung gründet sich darauf, daß bei dieser Untersuchung durch die Beschränkung auf das Zeichen der Sonne (also auf die populäre Tierkreiszeichen-Typologie anhand des Geburtstags) die biologisch mächtigen jahreszeitlichen Zyklen als schwer kontrollierbare Stör-Varibalen in die Untersuchung einfließen. Man kann so die astrologische Typologie von rein (jahres-)zeitlichen Schwankungen der Geburtenraten nicht trennen. Dies wäre bei Einbeziehung weiterer astrologischer Faktoren anders, da die Umlaufrhythmen der Planeten nicht synchron zu diesem, mit dem Lauf der Sonne zusammenhängenden, besonders mächtigen Rhythmus der Jahreszeiten laufen.

Wie war dieser Denkfehler möglich?
Gunter Sachs hat sich ja der Mithilfe des Statistischen Instituts der Universität München versichert. Wie ist es möglich, daß die Fachleute dort auf meinen hier beschriebenen Einwand nicht gekommen sind?

Die statistische Auswertung bei dieser Untersuchung ist sicher fehlerfrei, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Das Problem, das ich hier beschrieben habe, ist kein statistisches Problem im engeren Sinne: Wenn ein Statistiker eine Untersuchung anstellen würde, wie das Wahlverhalten mit dem Geschlecht zusammenhängt, dann würde er nie auf die Idee kommen, anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung "beweisen" zu wollen, daß es unterschiedliche Geschlechter gibt.

Wie hätte man es besser machen können?
Wenn man zeigen würde, daß von allen möglichen Einteilungen des Jahreslaufes die Einteilung in die Tierkreiszeichen die signifikantesten Unterschiede bei den Geburtenhäufigkeiten produzieren, dann wäre dies ein sehr starkes Argument dafür, daß die beobachtete Ungleichverteilung der Geburtenhäufigkeiten mit der Tierkreiszeichen-Typologie zusammenhängen muß. Selbst das wäre ürbrigens, wie jetzt hoffentlich deutlich geworden ist, noch immer kein "Beweis" - aber es wäre zumindest ein sehr starkes Argument.

Quelle und weiter: https://www.astrologiezentrum.de/aktuel ... akte1.html
Das hilft - hoffentlich - erst einmal weiter beim Erklärbären. ^^

Schöne Grüße
Rita
»Ist es nicht zynisch, wenn sich führende Politiker ›Sorgen machen‹ wegen der ›steigenden Zahlen‹? Wie wäre es, wenn sie sich zur Abwechslung mal um Menschen sorgen würden?«

M. Burchardt

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Derryck
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Beitrag von Derryck » Mi 8. Jun 2022, 16:28

Vielen lieben Dank Rita, dass du dir die Zeit genommen hast mir so ausführlich zu antworten. Das sind genau die Erklärungen und die Links, die ich gebraucht habe, um dem Ratsuchenden im anderen Forum aushelfen zu können. Vielen Dank! :)
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Martin L.
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Beitrag von Martin L. » So 14. Aug 2022, 09:44

Ich bin mir sicher, dass man mit ein wenig Übung und Sensitivität an jedem Menschen, Sonnenzeichen, Aszendent und Planetenpositionen erkennen kann, ohne die Geburtsdaten zu wissen. Ich habe einmal in einem Hotel in der Rezeption gearbeitet und das mit den Sonnenzeichen getestet, weil jeder Check-in seinen Ausweis vorlegen musste. Nach 4 Monaten hatte ich eine Trefferquote von über 50%. Wenn ein neuer Gast zur Tür hereinkam und auf die Rezeption zuging, dann tippte ich das Sonnenzeichen und checkte es, sobald ich den Ausweis vorgelegt bekam, am Geburtstag. Das ist zwar über 30 Jahre her. Aber damit ist es vermutlich wie mit dem Spielen eines Musikinstruments. So was verlernt man nicht. Ein paar Monate Übung und man hat es wieder drauf.

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