Traditionelle vs. moderne Astrologie

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Traditionelle vs. moderne Astrologie

Beitrag von vergnuegt » Mi 7. Mär 2018, 16:26

Hallo zusammen,

kommen wir doch nochmal auf das Hitler-Horoskop zurück. Ich habe bis jetzt noch gar nichts gedeutet. Ich habe erstmal meine Würdentabelle herangezogen und das Ganze (deutlich verkürzt) dargestellt.

Der nächste Schritt könnte sein: das Temperament. Da kann man jetzt natürlich auch wieder einwerfen dass das angestaubt ist - klar, das werden die Leute in 100 Jahren auch über uns sagen, dass all das, was wir gedacht, gemacht und gesprochen haben, einfach nur "old fashioned" ist. Das ist immer so, zu allen Zeiten - darüber muss man sich klar sein. :)

Temperament - was issn das eigentlich? In die moderne Astrologie hat es nur die stark vereinfachte Elementenverteilung geschafft (Feuer - Erde - Luft - Wasser) . kennt wahrscheinlich jeder von uns. Die Idee dahinter war, dass der Mensch aus diesen vier "Urqualitäten" geformt wurde.

Feuer = cholerisch (warm - trocken)
Wasser = phlegmatisch (kalt - feucht)
Erde = melancholisch (kalt - trocken)
Luft = sanguinisch (warm - feucht)

Meistens sind wir ja eine Mischung von zweien (also z. B. cholerisch - sanguinisch oder cholerisch - melancholisch, ...). Hier endet die moderne Betrachtungsweise. Und hier gibt es eine kurze Einführung: http://www.astro.com/astrologie/hue040102_g.htm

Bei KNIGGE in seinem "Über den Umgang mit Menschen" finden sich hier sehr schöne Zitate:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Knigge, ... 3.+Kapitel
Man pflegt gewöhnlich vier Hauptarten von Temperamenten anzunehmen und zu behaupten, ein Mensch sei entweder cholerisch, phlegmatisch, sanguinisch oder melancholisch. Obgleich nun wohl schwerlich je eine dieser Gemütsarten so ausschließlich in uns wohnt, daß dieselbe nicht durch einen kleinen Zusatz von einer andern modifiziert würde, da dann aus dieser unendlichen Mischung der Temperamente jene feinen Nuancen und die herrlichsten Mannigfaltigkeiten entstehen, so ist doch mehrenteils in dem Segelwerke jedes Erdensohns einer von jenen vier Hauptwinden vorzüglich wirksam, um seinem Schiffe auf dem Ozean dieses Lebens die Richtung zu geben. Soll ich mein Glaubensbekenntnis über die vier Haupttemperamente ablegen, so muß ich aus Überzeugung folgendes sagen:

Bloß Cholerische Leute flieht billig jeder, dem seine Ruhe lieb ist. Ihr Feuer brennt unaufhörlich, zündet und verzehrt, ohne zu wärmen.
Bloß Sanguinische sind unsichre Weichlinge, ohne Kraft und Festigkeit.
Bloß Melancholische sind sich selbst, und bloß Phlegmatische andern Leuten eine unerträgliche Last.
Bei Hitler sind alle Planeten in Feuer- oder Erdzeichen, das wäre also cholerisch - melancholisch. Passt das denn? War er cholerisch? War er melancholisch? Wir können natürlich nur von dem "Außenbild" ausgehen, das wir über die Medien vermittelt bekommen haben (ob Geschichtsbuch oder Fernsehdoku) - das ist natürlich mit Vorsicht zu genießen.

Nochmal Knigge:
Cholerisch-Melancholische richten viel Unheil an; Blutdurst, Rache, Verwüstung, Hinrichtung des Unschuldigen und Selbstmord sind nicht selten die Folgen dieser Gemütsart.

Früher hat man viel mehr mit den Temperamentsbegriff gearbeitet, so dass das viel geläufiger war als heute. Es gibt in der traditionellen Astrologie einige Formen der Berechnung - da will ich jetzt gar nicht groß darauf eingehen, da recht komplex. Wer sich dafür interessiert, kann Chandas Thread hier finden:
viewtopic.php?f=6&t=30&p=309&hilit=Temperament#p309

Bei Hitler ist - nach traditionelle Astrologie - vor allem das sanguinische Temperament vorherrschend, an zweiter Stelle, schon weit abgeschlagen das phlegmatische. Also behauptet hier die traditionelle Astrologie genau das Gegenteil :

traditionell: sanguinisch - phlegmatisch
modern: cholerisch - melancholisch

Was trifft jetzt zu? :)

Ich kann - oberflächlich gesehen - sagen, ja, Hitler war Choleriker, auf jeden Fall, so wie er sich in Wut und Haß geredet hat. Aber es war ein wohlinszeniertes Hineinsteigern. Wir wissen, dass er Reden vor dem Spiegel geübt hat und dass er rhetorisch "begabt" war - Sprechen ist eine sangunische Angelegenheit. Er hat sich in seine Wut durch seine Reden hineingesteigert - ist aber selbst nie handgreiflich geworden, es war immer eine rhetorische Wut. Die "Handarbeit" hat er andere machen lassen. Man schreibt ihm ja auch Unbeherrschtheit zu, aber das könnte man auch als Folge des "Führerkults" und die totale Abgehobenheit ansehen - wie jeder König, Diktator, der den Boden unter den Füßen verloren hat. Wäre er Choleriker gewesen, hätte er überhaupt nichts "üben" müssen - und dann hätte es keine "Propaganda" gegeben, denn der Nationalsozialismus war ja sehr umfangreich inszeniert. Und Inszenierung heißt: ich mache mir Gedanken.

Phlegmatisch war Hitler sicherlich auch, er hat ja wohl lange Phasen einfach gefaulenzt. Ob er melancholisch war - keine Ahnung. Läßt sich heute wahrscheinlich nicht belegen - aber ich bin auch kein Historiker oder Hitler-Forscher.

Ich habe an dieser Stelle übrigens immer noch keinen Blick auf das Horoskop im Detail gerichtet oder bin in die Interpretation von Planeten, Zeichen oder Häusern eingestiegen.

Alles Liebe!
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Beitrag von vergnuegt » Mi 7. Mär 2018, 17:27

Liebe Rita,

erstmal vielen Dank für die Tabelle und die Mühe, die Du Dir gemacht hast.

Bei der Hamburger Schule (alt) stellt man fest, dass es hier eine große Übereinstimmung zu den traditionellen Hausbedeutungen gibt. Die alte und ausführliche Version hat hier einige Dinge, die ich nicht verstehe (z.B. Haus 1: Familienmitglieder, Ehe, Haus 5: Kinder, Geschwister, Haus 7: Ehepartner, Ehe, Verwandte), aber vielleicht gibt es hie eine logische Erklärung dazu.

Bei der Darstellung der TPA und Deiner Behauptung, die TPA wäre nicht psychologisch orientiert, würde ich Dir etwas widersprechen :)

Die Themen sind sehr ichbezogen (Was will ich erreichen? Welche Individualität kann ich in der Gesellschaft gewinnen?) und damit auch psychologisch motiviert. Es gibt übrigens auch von ROSCHER und VÖLKEL eine astrologische Deutung zu Hitler:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... BnMd9Zjuva

Aus meiner Sicht finden sich hier sehr viele psychologische Ideen. Is ja nicht schlimm, aber es ist eine Zeit der "Psychologisierung" - von allem und jedem. Kann man tun oder auch nicht.
Man sieht hier sehr schön, welche Messlatte du anlegst, nämlich eine historische, wie auch immer die im Einzelnen aussehen mag. ;) Wenn ich die Veränderungen bei den "Hamburgern" betrachte, fällt mir vor allem auf, dass man versuchte, eine "übergeordnete" Beschreibung (Definition) zu finden, die eine Auflistung einzelner Inhalte überflüssig macht. Und was macht dich so sicher, was die Ursprungsdeutung ist/war? :gruebel:
Für mich - aber das kasnn man sehen wie man will - hat sich die traditionelle Häuserbedeutung über Jahrhunderte bewährt. Das ist erstmal keine "Leistung", sondern es hat anscheinend über verschiedene Kulturen hinweg funktioniert. Jetzt kommt jemand und sagt: "Das ist ja alles gut und schön - aber ich mache es anders!" Das ist auch o. K., solange derjenige BEGRÜNDET, warum sein neues System besser ist als das alte. Wenn mir das einsichtig ist, dann - weg mit den alten Häuserbedeutungen! Hat sich überlebt! Ist heute ein Quatsch!

Ich bin jetzt kein Experte der Hamburger Schule oder TPA, aber mich würde einfach mal interessieren, warum man die Häuserbedeutungen (teilweise) geändert hat, ob es hierfür sinnvolle Gedanken gab :) Denn nicht nur gelegentlich ist die Begründung: "Das funktioniert am besten!" (geprüft an einigen Horoskopen). Warum funktioniert es besser? Das ist das gleiche Elend wie mit der Häuserfrage.
Jetzt schüttest du aber Bad und Kind in einem aus, findest du nicht? Wenn ich etwas messe und berechne, dann habe ich erst einmal ein Ergebnis, in unserem Fall ein Häusersystem. Wie, in welchem Kontext ich das interpretiere, ist erst einmal wurscht. Wenn ich aber ein falsches Ergebnis habe, kann ich mich zu Tode interpretieren, es wird nicht richtiger.
Aus meiner Sicht ist das nicht wurscht - und für Dich ja asuch nicht :) Sonst könnten wir ja das verbreitete Koch-Häusersystem verwenden :D Tun wir beide nicht. Aus einem gewissen unguten Gefühl heraus.
Nun ja, ich verstehe die Begeisterung auch nicht und habe natürlich auch nach einem Erklärungsmodell für die eifrige Verwendung gesucht. Meine Beobachtung - rein aus meinem Blickwinkel, somit völlig subjektiv und ohne Anspruch auf Verallgemeinerung - ist die: Je weniger sattelfest jemand ist - das gilt gerade für "Anfänger" - deso eher ist er/sie geneigt, Planetoiden, Fixsterne, berechnete Punkte aller Art etc. heranzuziehen, um überhaupt eine Teilaussage generieren zu können. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die mit dieser Suche ihr Einkommen bestreiten möchten, und wenn beispielsweise Lilith oder die Mondknoten als "Entwicklungs-Achse" gerade stark nachgefragt werden, dann werden diese Faktoren eben angeboten. Manche Faktoren sind schlicht "in Mode".

Dennoch kann es "passieren", dass man jahrelang etwas beobachtet und sich den Ergebnissen nicht völlig entziehen kann: Ging mir so mit den Transneptunern der Hamburger Schule, die waren mir komplett suspekt und sind es auf eine Weise immer noch. Dennoch überrascht mich immer wieder die Zusatzinformation, die sie liefern können. Und so mag es anderen ähnlich ergehen, wenn sie Chiron oder Lilith über lange Jahre hin beobachtend "erforschen".
Ja, da hast Du recht. Natürlich sind Chiron und Lilith in bestimmten Astrologenkreisen in Mode - weil sie genau ein zeitgeistiges Phänomen abbilden (die innere Wunde/Verletzlichkeit bzw. die Emanzipation, jetzt mal sehr platt formuliert). Das is natürlich deutlich interessanter, weil "griffiger" als die Transneptunier oder so eine olle Würdentabelle.

Der eigentliche Punkt ist: wir schauen von unserem Standpunkt (dem 21. Jahrhundert) auf z. B. die Renaissance und sagen: "Das ist ja uralt! Das muß ein Quatsch sein, die konnten doch noch gar nicht denken!" Was war das denn für eine Zeit? Das Mittelalter war vorbei, viele große technische Erfindungen begannen (z. B. Buchdruck) - und eine Zeit des Humanismus, die (allmähliche) Loslösung den Menschen von Gott, der seine eigenen Gedanken hat. Um nicht am schrecklichen Mittelalter anzuknüpfen, knüpfte man an die Antike mit ihren Ideen an. Es war der erste Schritt aus der Unmündigkeit der Kirchen hin zu dem, was wir heute inflationär "Individualität" nennen - zuerst mal natürlich nicht für alle, aber nach und nach immer mehr, über die Aufklärung bis hin in die heutige Zeit.

Deshalb ist es uns auch fremd, diese Elementlehre, diese Zuordnung von Farben, Tagen, Metallen, usw.

Alles Liebe!
Stefan

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Beitrag von GreenTara » Mi 7. Mär 2018, 17:54

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Mi 7. Mär 2018, 16:26
kommen wir doch nochmal auf das Hitler-Horoskop zurück.
Das Hitler-Horoskop wird gern hergenommen, um zu "beweisen", dass Methode A besser ist als Methode B. Ich kenne unzählige dieser Art von Vergleichen. Viel geeigneter fände ich einen "Blind-Versuch" - weder Klassiker noch Non-Klassiker wissen, um was für eine Person es sich handelt - und dann kann man ja hinterher vergleichen, was denn nun besser "trifft". Wobei wie immer die Krux ist: Man kennt vom "Untersuchungs-Objekt" nur das, was auch publiziert wurde, wenn man die Deutung mit der Realität/Wirklichkeit vergleicht.

Bis denne
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Mi 7. Mär 2018, 18:02

Hallo, Rita :)
hallo zusammen, :)

das können wir gerne machen - ich bin jetzt kein Absolut-Crack der traditionellen Methode. Aber vielleicht finden sich ja "Mitstreiter" auf beiden Seiten. Das Horoskop sollte natürlich nicht ein "bekanntes" Datum haben wie der 20.04.1889 :) Voraussetzung wäre natürlich, dass es sich um eine Person handelt - und nicht um ein Ereignis, o. ä.

Viele Grüße!
Stefan

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Beitrag von Traumprinz » Mi 7. Mär 2018, 18:41

Hallo zusammen :)

Kleiner Einwand am Rande, rein zur historischen Einordnung: die Psychologie, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (Sigmund Freud und in Vorarbeit dazu vor allem Mesmer). Die "Alten" konnten also gar nicht "psychologisieren". :yellowgrin:
Was sich aber im Kontrast klassische vs. moderne Astrologie(n) ebenfalls widerspiegelt, ist der gesellschaftliche Wandel, der vor allem im Rahmen der Aufklärung stattgefunden hat: Früher[TM] war der Lebensweg mit der Geburt quasi vorgezeichnet - man blieb im gleichen Dorf und verrichtete die gleichen Tätigkeiten wie die Eltern. Wohingegen es heute viel mehr (wenn auch oft scheinbare) Freiheit und Individualität der Lebensläufe gibt. Damit verlagert sich aber auch die Deutungsgrundlage entsprechend.

Liebe Grüße,
Björn
„Oft fällt das Denken schwer, indes
das Schreiben geht auch ohne es!“
Wilhelm Busch

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Beitrag von GreenTara » Mi 7. Mär 2018, 21:47

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)

ich wollte noch etwas nachliefern:
vergnuegt hat geschrieben:
Mo 5. Mär 2018, 17:50
Und ich frage mich, warum anscheinend noch niemand heute auf die Idee gekommen ist, diese Harmonie mit 8 Planeten und zwei Lichtern wieder zu etablieren: wenn wir für Sonne und Mond jeweils zwei Zeichen nehmen würden, für die restlichen 8 Planeten jeweils eines, dann hätte man zumindest wieder eine "Struktur" oder "Logik" - wenn man sie denn sinnvoll erklären könnte.
Extra abfotografiert :)

Quelle: M. Roscher, Praxis der Horoskopdeutung
Quelle: M. Roscher, Praxis der Horoskopdeutung
Haupt- und Nebenherrscher.png (148.29 KiB) 5061 mal betrachtet

Und eine Passage aus dem Buch von Pan:
2.12 Würden und Schwächen – Vollständiges Würdensystem - S. 199

Die Entdeckung von Uranus, Neptun und Pluto haben das Würdensystem bisher nicht wesentlich erweitert. Ihnen ist aber eine kritische, wenn auch
meist fruchtlose, Auseinandersetzung mit den Würden und Schwächen der Planeten zu verdanken. Nicht zuletzt waren sie es, die den Anstoß für eine genaue Abklärung der Würden und Schwächen gaben. Ihre üblichen Zuordnungen konnten hier bestätigt werden. Zudem hat sich jetzt gezeigt, dass sie als gleichberechtigte Partner neben den Klassischen Planeten stehen. Sie wirken nicht erst seit ihrer Entdeckung, sondern genauso lange wie die Klassischen Planeten.

Quelle: Leseprobe Apokatastasis, S. 30 im PDF
Schöne Grüße
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Do 8. Mär 2018, 07:32

Hallo, Rita, :)
hallo, Pan, :)
hallo Traumprinz,
hallo zusammen, :)

also erstmal: vielleicht sieht es so aus, als würde ich mich mit dem Buch von Pan nicht auseinandersetzen wollen. Das stimmt nicht, aber amazon lässt mich hier etwas hängen ... angeblich soll das Buch heute kommen und dann werde ich mich gleich mal gespannt hineinvertiefen. :)

Ja, ich weiss, dass Roscher die Domizile teilt, wohl auch Unterschiede zwischen Venus und Merkur (Venus3, Venus7, ...) trifft. Ich habe mich auch ganz früher mal mit Roscher ein wenig beschäftigt (hat ja auch in Nürnberg gewirkt, wo ich auch gelebt habe und nun in der Nachbarstadt wohne). Irgendwie bin ich da nicht warmgeworden mit. Vor allem die Regel vom "letzten Sechstel", was ja viele Astrologieschulen propagieren (auch zugegebenermaßen nicht zuletzt traditionelle Richtungen) hat mich seinerzeit strikt davon abgehalten. :) Für mich ist beides wichtig - dafür haben wir ja das Horoskop aufwendig berechnet: der Stand im Haus, unabhängig davon, ob zwei Grad später die nächste Häuserspitze ist UND die Konjunktion zur Häuserspitze. Aber nicht eine alleinige Deutung im nächsten Haus, Das ist aber auch Geschmackssache.

Ich finde, die Würden geben eine extrem wichtige, umfassende zusätzliche Information, die von keiner anderen Astrologieschule geleistet wird. Steht ein Planet eher dort, wo er sich wohlfühlt? Oder steht er dort, wo er sich weniger wohlfühlt? (essenzielle Würden)? Kann ein Planet diese "Essenz" gut umsetzen, fällt es ihm schwer oder ist es recht aussichtslos (akzidentielle Würden)? Für mich ist diese Aussage extrem viel wichtiger als viele andere Horoskopfaktoren. "Nur" das Domizil zu verwenden - o. K., Daneben gibt es aber auch noch Erhöhung, Triplizität, Grenzen, Gesicht, Exil und Fall,was auch noch dazugehört. Und bei den akzidentiellen Würden gibt es auch noch etwa 5 - 10 Merkmale (z. B. Verbrennung, Rückläufigkeit, ...).

Und Roscher geht auch nach der "neuen" idee vor, Häuser und Planeten den Zeichen zuzordnen, d. h. 1. Haus = Widder = Mars, 2. Haus = Stier = Venus, ..., 11. Haus = Wassermann = Uranus/Saturn, 12. Haus = Fische = Neptun/Jupiter - wenn ich es richtig sehe. Dafür gibt es keine Begründung. Wie geschrieben: z. B. Venus in 2 (Stier): Venus hat nichts mit Geld oder Besitz zu tun, Venus gibt Geld aus, bis die Kreditkarte raucht! Venus ist es ***egal, ob Geld da ist oder nicht, ob man es spart, ... sie umgibt sich gerne mit schönen Dingen. Punkt. Also gehört Venus (wie traditionell üblich) ins 5. Haus - dem Haus, wo Spaß, Freude und Feste zu finden sind. :)

Anderes Beispiel Mond: der hat seine Freude im 3. Haus, weil er schnell laufend ist und andere Planeten "verbindet" (z. B. in der Stundenastrologie). Die Analogie zu Nachrichten, Gerüchten und anderen Themen des 3. Hauses ist logisch. Gehe ich nach der Zeichen - Planeten - Häuser - Zuordnung vor, habe ich 3. Haus - Zwillinge - Merkur. Merkur ist auch noch dem 6. Haus zugeordnet, das das Thema Krankheit (heute "Gesunheit") umfaßt. Traditionell ist das aber Mars, der hier als "Übeltäter" zugeordnet wird - einem Thema, mit dem wir uns ungern auseinandersetzen. Also hier hat man auf jeden Fall "umgedeutet". Wie passen Krankheit/Gesundheit und Nachrichtenübermittlung zusammen?
Kleiner Einwand am Rande, rein zur historischen Einordnung: die Psychologie, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (Sigmund Freud und in Vorarbeit dazu vor allem Mesmer). Die "Alten" konnten also gar nicht "psychologisieren".
Ja, das war ja auch der Vorteil - dass die Astrologie eben nicht ein Zweig der Psychologie war. Und irgendwann - nach dem Tod im 18./19. Jahrhundert - sind dann "Astrologen" auf die Idee gekommen, die Astrologie könne man ja, um sie wieder "wettbewerbsfähig" zu machen, bei einer Wissenschaft wie der Psychologie Unterschlupf finden zu lassen. Das funktioniert aber nur dann, wenn man die Astrologie stramm auf Psychologiekurs bringt - was ja auch passiert ist. Heute merken wir das nicht mehr, weil Psychologie derart im Alltagsdenken verankert ist, das wir davon gar nix mehr merken:

Straftäter sind immer "arme Opfer" und keine Täter. Deshalb fallen Strafen meist sehr mild aus. Die Rückfallquote liegt bei 80 - 90 %. Dem liegt ein Menschenbild zugrunde, dass

a) der Mensch grundsätzlich gut ist und
b) eigentlich will die Gesellschaft doch nichts mit verurteilten Straftätern zu tun haben (keine Arbeit - keine Wohnung, keine Wohnung - keine Arbeit), die dann wieder - weil sie keine Chancen zur Resozialisiserung haben oder nicht wollen, wieder straffällig werden

Früher hätte man das "scheinheilig" oder "heuchlerisch" genannt, aber im Zeitalter von PC ist das natürlich undenkbar. Wir klopfen uns auf die Schulter, rühmen uns wie "psychologisch aufgeklärt" wir sind, dass jeder eine "schlimme Kindheit" hinter sich hat und deshalb alles an Regelwidrigkeiten machen darf, was er macht. Demolierung von Zügen durch besoffene Fußballfans? Kein Problem, die Gesellschaft kommt dafür auf (mit höheren Fahrpreisen), nicht die Fans, nicht die Vereine. Und dann geht das natürlich weiter, Woche für Woche. Polizisten schieben Berge von Überstunden vor sich her, weil sie ja Fußballanhänger begleiten müssen, die die Sau rauslassen und sich prügeln wollen - auch wenn es vielleicht eine kleine Gruppe ist. Die Leutchen kommen mit einer Sackkarre mit 6 Kästen Bier am Zug an und die Stimmung ist sehr explosiv (habe ich selbst mehrmals miterlebt). Da kommt auch kein Schaffner. Da wird im Zug geraucht und zwar waggonweise - mit dem Recht des Stärkeren. Da schreitet niemand ein, weil "man muß ja auch mal die Sau rauslassen können".

Für mich sind Menschen nicht grundsätzlich gut - das sollen sie erstmal tagtäglich beweisen :) - es hängt immer vom Grad des Bewußtseins ab. Und je bewußter man ist, desto mehr achtet man darauf, andere nicht zu "beschädigen". Aber je weniger man unbewußte Menschen bestraft, desto mehr übertreten sie Regeln und sehen es als Bestätigung (alte Soziologenweisheit). Kann man z. B. jeden Tag auf der Straße beobachten: Autos gegen Autos, Autos gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger. Das ist das ICH ... ICH ... ICH, wie es in allen modernen Systemen formuliert wird. Laß Dir nichts gefallen - Du bist der Maßstab Deines Lebens! Du kannst alles überwinden, wenn Du magst! Astrologie ist heute Lebenshilfe, ein Zweig der Psychologie. Und so sehen es auch viele Menschen.

Früher hat man Horoskope distanzierter ("Der Native", "Der Horoskopeigner") formuliert und eine gewisse sprachliche oder schriftliche Grenze gesetzt. Auch wenn es vielleicht "oberlehrerhaft" war - es kann nicht jeder, der sich mal fünf Minuten mit Astrologie beschäftigt, ein guter Astrologe sein. Ich beschäftige mich seit über 30 Jahren damit (mal mehr, mal weniger) - und ich sage, trotz einem Zertifikat hier und einem Zertifikat da, dass ich mich mit Astrologie, mit ihren verschiedenen Denkrichtungen, Traditionen, usw. wenig auskenne, dass ich nur noch dazulernen kann.

Und wenn Chiron und Lilith, die Mondknotenachse bei professionell arbeitenden "Astrologen" so "nachgefragt" werden - dann verkommt die Astrologie noch mehr zum Konsumgut. Ich sehe es selbst: die meisten Menschen sind heute viel zu ungeduldig, um an der "Lösung" eines Problems zu "arbeiten", sie wollen auf ihre spezifische Frage (oder Problem) eine Antwort, die sofort funktioniert und wenn das nicht ist, ist der Astrologe oder das Gegenüber "komplett unfähig".

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Beitrag von GreenTara » Do 8. Mär 2018, 12:40

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 07:32

also erstmal: vielleicht sieht es so aus, als würde ich mich mit dem Buch von Pan nicht auseinandersetzen wollen. Das stimmt nicht, aber amazon lässt mich hier etwas hängen ... angeblich soll das Buch heute kommen und dann werde ich mich gleich mal gespannt hineinvertiefen. :)
Nein, ich habe nicht gedacht, du würdest dich mit Pans Buch nicht auseinandersetzen wollen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es ein überarbeitetes Würdensystem gibt, dass die Planeten ab Uranus einbindet.
Ja, ich weiss, dass Roscher die Domizile teilt, wohl auch Unterschiede zwischen Venus und Merkur (Venus3, Venus7, ...) trifft.
Roscher war vollkommen klar, dass das nichts Vollständiges ist, dennoch etwas, mit dem man arbeiten kann, bis sich etwas anderes ergibt. Es geht ja aber nicht um Roscher himself, sondern darum, dass du meinst, die Klassische Astrologie habe mit der Modernen Astrologie nur den Namen gemein - das war der Ausgangspunkt für diesen Thread. Du kritisierst die Aufgabe der Würden und meinst, es gäbe keine vernünftigen Begründungen für die Analogien von Planeten, Zeichen und Häusern in der Moderne. Dem ist nicht so - aus meiner Sicht - aber es dauert halt bissel, die "modernen" Erklärungen "abzuliefern", zumal nicht in jedem Buch eine Begründung dafür geliefert wird.

Mit Roscher/TPA kenne ich mich halt am besten aus, also bringe ich überwiegend aus diesem Bereich Beispiele/Belege. Roscher hat ein in sich schlüssiges System der Analyse und Interpretation geliefert und dieses ausführlich begründet. Ob man damit klar kommt oder nicht, ist ja an sich erst einmal kein Kriterium. Ein Kriterium könnte sein, ob ein Modell den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Momentan scheint es mir aber eher deine Meinung das für dich maßgebliche Kriterium zu sein.
Ich finde, die Würden geben eine extrem wichtige, umfassende zusätzliche Information, die von keiner anderen Astrologieschule geleistet wird.
Nun, Zweige der Indischen Astrologie arbeiten ebenfalls mit einem umfassenden Würdensystem, womit deine Behauptung "keine andere Astrologieschule" widerlegt ist.
Und Roscher geht auch nach der "neuen" idee vor, Häuser und Planeten den Zeichen zuzordnen, d. h. 1. Haus = Widder = Mars, 2. Haus = Stier = Venus, ..., 11. Haus = Wassermann = Uranus/Saturn, 12. Haus = Fische = Neptun/Jupiter - wenn ich es richtig sehe. Dafür gibt es keine Begründung.
Nehmen wir mal den Roscher weg, denn diese "neue Idee" vertritt ja nicht nur er, dann findet sich eine Begründung in der Zuordnung, die ich abfotografiert habe. Zudem ist den meisten Vertretern dieser "Analogien" völlig klar, dass Haus, Planet und Zeichen nicht gleich sind, sondern eher "verwandt".
Wie geschrieben: z. B. Venus in 2 (Stier): Venus hat nichts mit Geld oder Besitz zu tun, Venus gibt Geld aus, bis die Kreditkarte raucht! Venus ist es ***egal, ob Geld da ist oder nicht, ob man es spart, ... sie umgibt sich gerne mit schönen Dingen. Punkt. Also gehört Venus (wie traditionell üblich) ins 5. Haus - dem Haus, wo Spaß, Freude und Feste zu finden sind. :)
Das hast du mehrfach wiederholt, eine nachvollziehbare Begründung sehe ich dennoch nicht, sondern mehr so etwas wie ein Axiom, das lautet "Venus ist xy... und basta".

Im Kybernetischen Modell ist Venus eine Differenzierung des Mondes und ihm in dieser Hierachie "unterstellt". Das bedeutet für die Beurteilung des Horoskops: Die Venus kann noch so super stehen, wenn der Mond schwierig gestellt ist, können die Eigenschaften dieser tollen Venus nicht in Gänze zum Tragen kommen. In der Zusammenfassung von Weidner kann man sich einen ersten Überblick über das Kybernetische Modell verschaffen.
Merkur ist auch noch dem 6. Haus zugeordnet, das das Thema Krankheit (heute "Gesunheit") umfaßt. Traditionell ist das aber Mars, der hier als "Übeltäter" zugeordnet wird - einem Thema, mit dem wir uns ungern auseinandersetzen. Also hier hat man auf jeden Fall "umgedeutet". Wie passen Krankheit/Gesundheit und Nachrichtenübermittlung zusammen?
Du wirfst etwas durcheinander: Dass Merkur auch über Haus 6 herrscht, hat nichts damit zu tun, dass in Haus 6 Krankheiten zu finden sind. Haus und Planet sind nicht gleich, sie sind "verwandt". Merkur als Herrscher über Jungfrau wird verstanden als die Instanz, die auswertet und übermittelt im Sinne einer Bewältigung von Reizen/Eindrücken. Haus 6 hingegen gibt Auskunft darüber, wie man mit dem, was einem vor die Nase gesetzt ist, umgeht. Man kann sich gut an "Umweltbedingungen" anpassen oder nicht. Gelingt dieser Anpassungsprozess nicht, kann Krankheit die Folge sein. Weshalb ist das so? Weil das 6. Haus das fallende bzw. 3. Haus des II.Quadranten ist. In diesem Quadranten findet sich alles "Emotionale", also das, was bewegt. Im ersten Haus eines Quadranten findet sich das gesamte Potential, so wie ein Same. Im zweiten Haus eines Quadranten entscheidet sich, was aus dem Samen wird (eine Birke, Tierfutter oder was auch immer), im dritten Haus eines Quadranten besteht eine Wechselwirkung zur Umwelt (sehr verkürzt dargestellt). Ist die Wechselwirkung gestört, eingeschränkt, hat der Native gute Chancen, sich eine Kranheit zu "erwerben". Ist die Wechselwirkung nicht gestört, verschafft sich der Geborene innerhalb gesetzter Grenzen möglichst viel "Beinfreiheit" - was man mit einem Zustand gleichsetzen kann, den viele Gesundheit nennen.
Traumprinz hat geschrieben:Kleiner Einwand am Rande, rein zur historischen Einordnung: die Psychologie, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (Sigmund Freud und in Vorarbeit dazu vor allem Mesmer). Die "Alten" konnten also gar nicht "psychologisieren".
vergnuegt hat geschrieben:Ja, das war ja auch der Vorteil - dass die Astrologie eben nicht ein Zweig der Psychologie war.
Wie kann etwas, was nicht existent ist, ein Vorteil sein? :gruebel: Und stimmt es denn, dass Astrologie ein Zweig der Psychologie ist? Welche Astrologie genau und welche Psychologie genau? Die Klassiker hatten ihre Schubladen, die hießen dann eben Temperamente, Stärke, Schwäche etc. Ob die nun vorteilhafter für wen oder was auch immer sind, sei dahingestellt. Zudem gibt es ja unterschiedliche Würdensysteme, über die - soweit ich das übersehen kann - gern und gelegentlich heftig gestritten wird.
Straftäter sind immer "arme Opfer" und keine Täter. Deshalb fallen Strafen meist sehr mild aus. Die Rückfallquote liegt bei 80 - 90 %. Dem liegt ein Menschenbild zugrunde, dass

a) der Mensch grundsätzlich gut ist und
b) eigentlich will die Gesellschaft doch nichts mit verurteilten Straftätern zu tun haben (keine Arbeit - keine Wohnung, keine Wohnung - keine Arbeit), die dann wieder - weil sie keine Chancen zur Resozialisiserung haben oder nicht wollen, wieder straffällig werden
[sidestep]
Okay, dann machen wir mal diesen kleinen Sidestep und schauen, was denn überhaupt als Straftat per Gesetz definiert ist und in welchem Bereich der Straftaten die meisten Urteile gefällt werden: https://www.destatis.de/DE/Publikatione ... cationFile

Die meisten Verurteilungen gab es auf den Sektoren Straßenverkehrsdelikte und Eigentumsdelikte. Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass es viel weniger Straftäter gäbe, wenn sich unser Staat nicht für einen individualisierten Straßenverkehr als die übliche Form der Mobilität festgelegt hätte. Man könnte auch auf die Idee kommen, dass Eigentumsdelikte gar nicht vorkämen, wenn es nicht so etwas wie den besonderen Schutz von Privateigentum via Grundgesetz gäbe.

Was eine Straftat ist, ist also erst einmal das, was herrschende Instanzen als solche festlegen und zwar in ihrem Interesse. Daraus abzuleiten, dass "der Mensch" nicht grundsätzlich gut sei, halte ich für mutig.
Aber je weniger man unbewußte Menschen bestraft, desto mehr übertreten sie Regeln und sehen es als Bestätigung (alte Soziologenweisheit).
Hm, und je mehr man sie bestraft, desto bewusster werden sie? Ich habe noch keinen Menschen erlebt, der sich durch das Absitzen einer Strafe "verbesserte". Was willst du mit diesen Menschen machen? Es gibt so dermaßen unsinnige Regeln/Gesetze, die man befolgen muss - da ändert auch Bewusstheit nix - man muss den Quatsch mitmachen, wenn man nicht in den Knast will. Cannabis ist da immer wieder ein schönes Beispiel. Der Rundfunkbeitrag auch: wer den nicht zahlt, kann auch erleben, wie es sich hinter schwedischen Gardinen lebt.
[/sidestep]

Schöne Grüße
Rita
»Ist es nicht zynisch, wenn sich führende Politiker ›Sorgen machen‹ wegen der ›steigenden Zahlen‹? Wie wäre es, wenn sie sich zur Abwechslung mal um Menschen sorgen würden?«

M. Burchardt

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Traditionelle vs. moderne Astrologie

Beitrag von vergnuegt » Do 8. Mär 2018, 16:22

Hallo zusammen :)
hallo Rita :)
GreenTara hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 12:40
Roscher war vollkommen klar, dass das nichts Vollständiges ist, dennoch etwas, mit dem man arbeiten kann, bis sich etwas anderes ergibt. Es geht ja aber nicht um Roscher himself, sondern darum, dass du meinst, die Klassische Astrologie habe mit der Modernen Astrologie nur den Namen gemein - das war der Ausgangspunkt für diesen Thread. Du kritisierst die Aufgabe der Würden und meinst, es gäbe keine vernünftigen Begründungen für die Analogien von Planeten, Zeichen und Häusern in der Moderne. Dem ist nicht so - aus meiner Sicht - aber es dauert halt bissel, die "modernen" Erklärungen "abzuliefern", zumal nicht in jedem Buch eine Begründung dafür geliefert wird.

Mit Roscher/TPA kenne ich mich halt am besten aus, also bringe ich überwiegend aus diesem Bereich Beispiele/Belege. Roscher hat ein in sich schlüssiges System der Analyse und Interpretation geliefert und dieses ausführlich begründet. Ob man damit klar kommt oder nicht, ist ja an sich erst einmal kein Kriterium. Ein Kriterium könnte sein, ob ein Modell den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Momentan scheint es mir aber eher deine Meinung das für dich maßgebliche Kriterium zu sein.

Nehmen wir mal den Roscher weg, denn diese "neue Idee" vertritt ja nicht nur er, dann findet sich eine Begründung in der Zuordnung, die ich abfotografiert habe. Zudem ist den meisten Vertretern dieser "Analogien" völlig klar, dass Haus, Planet und Zeichen nicht gleich sind, sondern eher "verwandt".
GreenTara hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 12:40
Hm, und je mehr man sie bestraft, desto bewusster werden sie? Ich habe noch keinen Menschen erlebt, der sich durch das Absitzen einer Strafe "verbesserte". Was willst du mit diesen Menschen machen? Es gibt so dermaßen unsinnige Regeln/Gesetze, die man befolgen muss - da ändert auch Bewusstheit nix - man muss den Quatsch mitmachen, wenn man nicht in den Knast will. Cannabis ist da immer wieder ein schönes Beispiel. Der Rundfunkbeitrag auch: wer den nicht zahlt, kann auch erleben, wie es sich hinter schwedischen Gardinen lebt.
Meine Argumentation waren nicht die verurteilten Straftaten, sondern die allgemeine "Gefährdung" anderer durch vorsätzliche und fahrlässige Handlungen - und damit meine ich nicht junge Leute, sondern eher Leute in den 50ern aufwärts. Rundfunkbeitrag - Cannabis - das ist eine persönliche Sache.

Meine Frau wäre vor etwa 2 Jaren fast totgefahren worden, weil ein 90jähriger, leicht alkoholisierter älterer Herr mit seinem Auto aus seiner Einfahrt auf die Straße hinausgeschossen ist, meine Frau mit ihrem Auto gerammt hat, ihr Auto kam in den Gegenverkehr - und nur, weil der entgegenkommende Fahrer rechtzeitig bremsen konnte, ging es mit einem Totalschaden, Prellungen, etc. noch glimpflich aus. Aber es gibt genügend Menschen, die so arrogant sind zu sagen: da fahr ich doch lieber jemanden tot, ist mir doch wurscht, Hauptsache ich bin mobil - das ist auch die Unfähigkeit vieler (das hab ich ja oben schon mal angedeutet) Alter, Krankheit, Behindung akzeptieren zu können - und das erlebe ich sehr, sehr häufig bei älteren Menschen, "ich will alles machen was ich will - ohne Rücksicht auf Verluste".

Seitdem würde ich ab spätestens 70 von jedem jährlich einen Führerscheintest fordern. Aber man hat ein Häuschen, man lebt auf dem Land ... und man braucht das Auto, weil man ja so schlecht laufen kann. Die persönlichen Egoismen - und das ist das, was mir auch so auf den Keks geht - werden immer mehr. Aber lassen wir das, führt vom Thema weg.
[/sidestep]

Sooo. Ich habe in meiner kleinen Astrobibliothek gesucht und bin auf drei Bücher von Roscher gestossen (die für den Zweck leider nicht hilfreich sind), denn das interessiert mich jetzt! Ich möchte jetzt mal anhand der TPA-Theorie und der Kritischen Grade (da hab ich mir das Buch bestellt) untersuchen, ob man das Modell der TPA auch rein traditionell anwenden könnte und welche Unterschiede sich hierbei zum Originalmodell ergeben. Denkst Du, das geht mit 7 Planeten. wenn man ausschließlich die traditionelle Deutung verwendet? Oder hast Du das schon mal probiert?

Ich nehme an, dass die "Kritischen Grade in der Prognose" ausschließlich für Prognose gedacht sind und keine neuen (theoretischen) Dinge erläutert werden? Oder gibts noch einen anderen Tip von Dir?

Hättest Du noch einen Software-Tip, der über Astroplus hinausgeht? Ich werde gleich nochmal im Geburtszeitkorrektur-Forum nachsehen, dort hast Du ja einiges für Astroplus bereitgestellt. Das könnte man dann ja in einem neuen Thread diskutieren.

Alles Liebe!
Stefan

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Beitrag von GreenTara » Fr 9. Mär 2018, 12:18

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 16:22
Ich habe in meiner kleinen Astrobibliothek gesucht und bin auf drei Bücher von Roscher gestossen (die für den Zweck leider nicht hilfreich sind), denn das interessiert mich jetzt!
Welche sind das denn? Vielleicht kann ich etwas dazu kundtun. Allerdings habe ich nicht alle Bücher, da ich die Skripten mehr schätze. Die sind nicht so dröge. :D
Ich möchte jetzt mal anhand der TPA-Theorie und der Kritischen Grade (da hab ich mir das Buch bestellt) untersuchen, ob man das Modell der TPA auch rein traditionell anwenden könnte und welche Unterschiede sich hierbei zum Originalmodell ergeben.
Die Kritischen Grade sind nicht so ohne in der Anwendung; ich habe sie erst hinzugezogen, als ich etwas "sattelfester" war. Denn um zu beurteilen, in welchem Maße sie relevant sein können, ist es wichtig, Konstellationen im Horoskop erkennen zu können, die einen Grad in seiner Bedeutung bestätigen oder nicht oder auch in seiner Bedeutung modifizieren.
Denkst Du, das geht mit 7 Planeten. wenn man ausschließlich die traditionelle Deutung verwendet? Oder hast Du das schon mal probiert?
Ich selbst habe das nicht systematisch ausprobiert, aber es geht auf jeden Fall. Was dann in der Deutung wegfällt, sind die Planeten des 4. Regelkreises, die eh mehr "erlebt" als "aktiv gelebt" werden. Für bestimmte Fragestellungen bieten sich die alten Herrscher sogar an, weil sie "konkreter" sind; Roscher hat das an einigen Beispielen in den Skripten demonstriert. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was du in diesem Zusammenhang mit "traditioneller Deutung" meinst.
Ich nehme an, dass die "Kritischen Grade in der Prognose" ausschließlich für Prognose gedacht sind und keine neuen (theoretischen) Dinge erläutert werden? Oder gibts noch einen anderen Tip von Dir?
:yes: Es lohnt sich aber, Einleitung und vor allem am Ende das Kapitel von Weidner zur praktischen Anwendung zu lesen. Zur Theorie findet sich einiges im Venus/Mars-Buch, das aber bis auf den theoretischen Teil das meiner Ansicht nach schlechteste Buch von Roscher ist. Sehr interessant ist das Skript "Theorie und Praxis der Kritischen Grade". Roscher zeigt darin, wie man selbst Grade finden und herleiten kann.
Hättest Du noch einen Software-Tip, der über Astroplus hinausgeht?
Bezogen worauf? Die Kritischen Grade kannst du in Astroplus einbinden - die Datei dafür gibt es auf Anfrage per PN von mir. Ansonsten kann man Grade auch im Astroprozessor einbinden. Einen Link zum Astroprozessor findet du oben im Unterforum "Astro-Tools".
Das könnte man dann ja in einem neuen Thread diskutieren.
Gern. :yes:

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Fr 9. Mär 2018, 14:01

Hallo, Rita,
hallo zusammen,
vergnuegt hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 16:22
Ich habe in meiner kleinen Astrobibliothek gesucht und bin auf drei Bücher von Roscher gestossen (die für den Zweck leider nicht hilfreich sind), denn das interessiert mich jetzt!
GreenTara hat geschrieben:
Fr 9. Mär 2018, 12:18
Welche sind das denn? Vielleicht kann ich etwas dazu kundtun. Allerdings habe ich nicht alle Bücher, da ich die Skripten mehr schätze. Die sind nicht so dröge. :D
Ich habe

- Praxis der Horoskopinterpretation (Knaur TB) - scheint mir jetzt auf den ersten Blick, ohne dass ich überhaupt eine Übersicht habe, eine knappe Einführung in die TPA zu sein mit den Regelkreisen, dem kybernetischen Modell, ...)

- Grundlagen klassische Astrologie (Skripten zur Transpersonalen Astrologie 2, hellblaues Cover, Klammerbindung und

- (zus. mit Werner Völkel) Das Buch der Häuserherrscher - Querverbindungen im Horoskop

und jetzt auch

- Kritische Grade im Horoskop
Ich möchte jetzt mal anhand der TPA-Theorie und der Kritischen Grade (da hab ich mir das Buch bestellt) untersuchen, ob man das Modell der TPA auch rein traditionell anwenden könnte und welche Unterschiede sich hierbei zum Originalmodell ergeben.
GreenTara hat geschrieben:
Fr 9. Mär 2018, 12:18
Die Kritischen Grade sind nicht so ohne in der Anwendung; ich habe sie erst hinzugezogen, als ich etwas "sattelfester" war. Denn um zu beurteilen, in welchem Maße sie relevant sein können, ist es wichtig, Konstellationen im Horoskop erkennen zu können, die einen Grad in seiner Bedeutung bestätigen oder nicht oder auch in seiner Bedeutung modifizieren.
Ja, das habe ich glatt befürchtet, dass das nicht so einfach ist und ein erstes "Überblickslesen" hat mich auch darin bestätigt :)
Denkst Du, das geht mit 7 Planeten. wenn man ausschließlich die traditionelle Deutung verwendet? Oder hast Du das schon mal probiert?
GreenTara hat geschrieben:
Fr 9. Mär 2018, 12:18
Ich selbst habe das nicht systematisch ausprobiert, aber es geht auf jeden Fall. Was dann in der Deutung wegfällt, sind die Planeten des 4. Regelkreises, die eh mehr "erlebt" als "aktiv gelebt" werden. Für bestimmte Fragestellungen bieten sich die alten Herrscher sogar an, weil sie "konkreter" sind; Roscher hat das an einigen Beispielen in den Skripten demonstriert. Allerdings ist mir nicht ganz klar, was du in diesem Zusammenhang mit "traditioneller Deutung" meinst.
Ich nehme an, dass die "Kritischen Grade in der Prognose" ausschließlich für Prognose gedacht sind und keine neuen (theoretischen) Dinge erläutert werden? Oder gibts noch einen anderen Tip von Dir?
GreenTara hat geschrieben:
Fr 9. Mär 2018, 12:18
:yes: Es lohnt sich aber, Einleitung und vor allem am Ende das Kapitel von Weidner zur praktischen Anwendung zu lesen. Zur Theorie findet sich einiges im Venus/Mars-Buch, das aber bis auf den theoretischen Teil das meiner Ansicht nach schlechteste Buch von Roscher ist. Sehr interessant ist das Skript "Theorie und Praxis der Kritischen Grade". Roscher zeigt darin, wie man selbst Grade finden und herleiten kann.

Die Kritischen Grade kannst du in Astroplus einbinden - die Datei dafür gibt es auf Anfrage per PN von mir. Ansonsten kann man Grade auch im Astroprozessor einbinden. Einen Link zum Astroprozessor findet du oben im Unterforum "Astro-Tools".
Traditionelle Deutung meint, die ersten drei Regelkreise, da die gleichen Planeten herangezogen werden, so dass ein Vergleich erstmal sinnvoll ist. Was dann alles genau geht, was man vergleichen könnte ... das kann ich erst abschätzen, wenn ich ein wenig besser in der TPA bin. Vielleicht ist ja die Frage: Was bringt der vierte Regelkreis zusätzlich? Bringt er mehr Informationen, die ergänzend sind? Aber das ist noch weite Zukunftsmusik. :)

Dankeschön für das Angebot mit der Astroplus-Datei (Astroprozessor habe ich nicht). Ich würde mich erstmal ein wenig einlesen, um überhaupt zu begreifen, was ich da mache :) Sowas soll ja nicht schaden, wenn man ein wenig Hintergrundwissen besitzt und nicht sinnlos herumfuhrwerkt. :)

So wie ich es verstanden habe würdest Du die Theorie und Praxis der kritischen Grade als Einstieg empfehlen? Oder komme ich auch mit anderen Büchern als Einführung in die Kritischen Grade weiter?

Danke Dir erstmal!

Liebe Grüße
Stefan

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Beitrag von GreenTara » Fr 9. Mär 2018, 14:49

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Do 8. Mär 2018, 16:22
- Praxis der Horoskopinterpretation (Knaur TB) - scheint mir jetzt auf den ersten Blick, ohne dass ich überhaupt eine Übersicht habe, eine knappe Einführung in die TPA zu sein mit den Regelkreisen, dem kybernetischen Modell, ...)
Das war mein erstes Buch zur TPA und eines der ersten Bücher überhaupt. :D Es ist eines aus Roschers Anfangszeiten, da waren die KG noch nicht so ausdifferenziert. Vom Stil her auch etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Aber das Kybernetische Modell ist ganz gut dargestellt.
- Grundlagen klassische Astrologie (Skripten zur Transpersonalen Astrologie 2, hellblaues Cover, Klammerbindung und
Das ist auch nicht sooo ergiebig und das Buch der Häuserherrscher habe ich immer noch nicht.
- Kritische Grade im Horoskop
Theorie und Praxis der Kritischen Grade enthält noch mehr an Hintergrund-Infos, aber die Einleitung ist für den Anfang okay, denke ich. Wichtig ist halt, nicht jeden Planeten des eigenen Geburtshoroskops auf die Grade zu pflanzen und dann zu krähen: "Das stimmt aber nicht, das Buch ist Mist!"
Traditionelle Deutung meint, die ersten drei Regelkreise, da die gleichen Planeten herangezogen werden, so dass ein Vergleich erstmal sinnvoll ist. Was dann alles genau geht, was man vergleichen könnte ... das kann ich erst abschätzen, wenn ich ein wenig besser in der TPA bin. Vielleicht ist ja die Frage: Was bringt der vierte Regelkreis zusätzlich? Bringt er mehr Informationen, die ergänzend sind? Aber das ist noch weite Zukunftsmusik. :)
Das kannst du auf jeden Fall so ausprobieren. Und wenn man die Methode über die Hauptachsen anwendet, ist es auch kein allzu großes Problem. Wie das geht, haben wir mal ausgiebig exerziert: Deutungspraxis für Einsteiger.
Dankeschön für das Angebot mit der Astroplus-Datei (Astroprozessor habe ich nicht). Ich würde mich erstmal ein wenig einlesen, um überhaupt zu begreifen, was ich da mache :) Sowas soll ja nicht schaden, wenn man ein wenig Hintergrundwissen besitzt und nicht sinnlos herumfuhrwerkt. :)
Melde dich einfach, wenn du meinst, dass du soweit bist. :yes:
So wie ich es verstanden habe würdest Du die Theorie und Praxis der kritischen Grade als Einstieg empfehlen? Oder komme ich auch mit anderen Büchern als Einführung in die Kritischen Grade weiter?
Du kommst erst einmal auch mit den Büchern zurecht, die du schon hast. Vieles zu den Kritischen Graden ist über mehrere Skripten verteilt. Roscher war halt sehr rührig und wenn er nicht so früh verstorben wäre, gäbe es vielleicht auch ein Werk, das seine gesammelten Forschungen und Erkenntnisse vereint. Ansonsten: Einfach fragen. Astro26 kennt sich auch sehr gut aus, wenn nicht sogar noch besser als ich.

Viel Erfolg und liebe Grüße
Rita
»Ist es nicht zynisch, wenn sich führende Politiker ›Sorgen machen‹ wegen der ›steigenden Zahlen‹? Wie wäre es, wenn sie sich zur Abwechslung mal um Menschen sorgen würden?«

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Traditionelle vs. moderne Astrologie

Beitrag von Max » Fr 9. Mär 2018, 15:30

vergnuegt hat geschrieben:
Mo 5. Mär 2018, 17:50

Nach 20 Jahren Beschäftigung mit moderner (psychologischer) Astrologie habe ich mich der traditionellen Variante zugewandt - ein Grund ist sicherlich, dass so laaaangsam Literatur ins Deutsche übersetzt wurde bzw. diese Quellen überhaupt bekanntgemacht wurden. Sie erscheint mir persönlich stimmiger und sinnvoller in ihren Grundlagen.
Hallo vergnuegt,
mit Interesse habe ich bisher die von Dir angestoßene Diskussion verfolgt. Bevor nun möglicherweise Roschers Lehren vertieft werden (was vielleicht in einem neuen Thread interessanter und sinnvoller wäre), würde ich Dich gerne fragen, auf die Lektüre welcher Werke und Schriftsteller der Tradition Du Dich in der von Dir favorisierten
traditionellen Variante
der Astrologie beziehst oder stützst?

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Beitrag von vergnuegt » Fr 9. Mär 2018, 19:02

Hallo, Max,
Max hat geschrieben:
Fr 9. Mär 2018, 15:30
Hallo vergnuegt,
mit Interesse habe ich bisher die von Dir angestoßene Diskussion verfolgt. Bevor nun möglicherweise Roschers Lehren vertieft werden (was vielleicht in einem neuen Thread interessanter und sinnvoller wäre), würde ich Dich gerne fragen, auf die Lektüre welcher Werke und Schriftsteller der Tradition Du Dich in der von Dir favorisierten
traditionellen Variante
der Astrologie beziehst oder stützst?
das ist eine gute Frage - die man ja nicht so leicht beantworten kann, da sich vieles natürlich durch die Jahrhunderte zieht wie z. B. die Würden. Ich würde meinen Interessen - und ich weiss, dass ich eigentlich nichts weiss - eher in der Renaissance verorten, wobei ich - und das ist vielleicht nicht so nachvollziehbar - eher der Geburtsastrologie als der Stundenastrologie zuneige.

Die Diskussion war ja ein ziemlicher "Rundumschlag" (mit vielen Einwürfen der anderen) und natürlich auch - durch das Medium - eine sehr starke Verkürzung und natürlich auch unsystematisch.

Die absoluten Basics der Stundenastrologie sind mir geläufig, aber ich möchte persönlich keine Prognosemethoden einsetzen - da fühle ich mich nicht hingezogen dazu, schon seit ich begonnen habe, mich mit Astrologie zu befassen.

Grundsätzlich bin ich offen - denn es gibt kein astrologisches System, das komplett widerspruchsfrei ist (das sieht man ja schon an der Würdentabelle, irgendwelche "Kröten" muß man schlucken (z. B. warum ist Merkur in der Jungfrau im Domizil und gleichzeitig erhöht? Warum ist kein Planet in den fixen Zeichen erhöht?). :)

Man sollte sich aber, wenn man sich mit Astrologie befaßt, egal mit welcher Form (zumindest ist das meine Einschätzung), über die Geschichte und Herleitung im Klaren sein und darüber, was man tut. Vielleicht ist das auch meine Prägung als Soziologe, die Dinge historisch herzuleiten und zu überprüfen. Und wenn es "Brüche" in der Geschichte gibt, die später - auf völlig anderer Basis mit völlig anderen Mitteln - fortgesetzt wurden, erregt das mein Mißtrauen. :)

Und dabei gibt es genügend moderne Verfahren, die ich nicht nachvollziehen kann, da sie nicht historisch belegt oder begründet werden (außer: "Das hat sich bewährt!", "Das machen wir so!", "Das ist so!", "Das haben wir schon immer so gemacht!"). Das ist mir zu wenig.

Ich lehne solche Verfahren nicht rundweg ab, Astrologie ist eine große Spielwiese, da kann jeder tun, was er will, vielleicht verstehe ich sie auch nicht - gebe ich gerne zu - es gibt Dinge in der modernen Astrologie, die niemand mir so erklären kann (z. B. warum man die Transsaturnier unbedingt verwenden MUSS für ein persönliches Horoskop) dass es für mich einleuchtend ist.

Und so suche ich mir meinen Weg - durch Literatur, durch Ausprobieren, durch Vergleiche, ... und werde natürlich niemals zu einem endgültigen "System" kommen, was aber auch aus meiner Sicht nicht schlimm ist.

Wenn ich mich in die TPA etwas eingearbeitet habe, dann werde ich natürlich einen neuen Thread machen - klar.

Wie gehst Du denn vor bzw. wo liegen Deine "Schwerpunkte"?

Euch einen schönen Abend!

Stefan

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