Traditionell contra TPA :)

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GreenTara
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Traditionell contra TPA :)

Beitrag von GreenTara » Mi 14. Mär 2018, 10:16

Hallo zusammen :)
hallo Stefan und Björn :)
vergnuegt hat geschrieben:
Di 13. Mär 2018, 21:43
Traumprinz hat geschrieben:
Di 13. Mär 2018, 17:23
Ich fühle mich in der TPA zwar nicht firm genug, um hier eine Deutung abzuliefern - aber einige methodische Fehler kann ich anmerken. :yellowgrin: Vorneweg: wenn du das ganze "traditionell" interpretieren willst, wieso listest du dann Sonne/Uranus etc auf? :gruebel:
Mir war nicht klar, ob man das überhaupt in der TPA darf :)
Da hatte ich doch gemeint, dass du ruhig ausprobieren kannst, mit den alten Herrschern zu arbeiten? Oder erinnere ich das falsch? :gruebel: Roscher selbst empfiehlt das, etwa im Skript "Transpersonale Astrologie". Die Seite finde ich grad nicht, kann aber gern nachreichen, sobald ich fündig geworden bin.
Ich habe mich fast ausschließlich an der "Praxis der Horoskop-Interpretation" aus dem Jahr 1992 orientiert - vielleicht gibt es inzwischen aktuellere oder neuere Erkenntnisse, Hier wird das noch auf S. 126 angeführt - aber vielleicht hat man es ja auch inzwischen "verbannt"? :)
Das stimmt und es gibt auch einige TPAler, die das noch so handhaben, aber es ist unsinnig, das für die Konstellationsbildung heranzuziehen, wenn man bis auf den Mond die Planeten eh nicht in den Zeichen deutet. Wenn du in das Inhaltsverzeichnis schaust, siehst du das auch: Der Mond wird im Zeichen berücksichtigt, Merkur und Sonne hingegen nicht.
Stefan hat geschrieben:
Traumprinz hat geschrieben:
Di 13. Mär 2018, 17:23
Bei den Aspekten konzentriert man sich eher (wenn es um Auslösungen oder "Konstellationen" geht: praktisch ausschließlich) auf die "harten" Aspekte [kon_2_k] [opp_2_K_] [qua_k] .
Hm. Hier gilt vielleicht das Gleiche wie oben? Im Buch sind noch die fünf Hauptaspekte, das Halbquadrat und das Bilin genannt. Aber vielleicht hat sich hier auch etwas geändert?
Aufgeführt werden sie, man kann sie bei der Radixdeutung auch berücksichtigen, aber wenn man mit Kritischen Graden arbeitet, spielen die weichen Aspekte keine Rolle mehr, da sie keine Konstellationen bilden. Das ist bissel kompliziert, ich habe auch eine Weile gebraucht, dass zu verstehen.
Die Zuordnung in der TPA ist mir noch nicht ganz klar. In der trad. Astrologie habe ich zum Beispiel:

Sonne in 4 in der Jungfrau
Ich suche mir den Ort, wo der Herrscher der Jungfrau, also Merkur steht, z. B. in 7

In der TPA - zumindest habe ich es so verstanden- dass man die Häuser analog der Zeichen betrachtet, also

Sonne in 4 (Sonne - Mond (Krebs = 4)) --> das fällt traditionell weg, weil die Häuser nicht analog zu den Zeichen sind
Sonne in der Jungfrau (Sonne - Merkur)

Ist das so?
Ein entschiedenes "Jein". :D Die Sonne in 4 ist eine Sonne/Mond-Konstellation. Das ist richtig. Sonne in Jungfrau ist nicht Sonne/Merkur im Sinne einer Konstellation, die in Bezug auf die Kritischen Grade diese "bestätigen" könnte und auch für Auslösungen nicht relevant. Das geht aus dem Buch aber nicht so deutlich hervor, leider. Was hingegen eine Rolle spielt ist, aus welchem Haus ein Planet kommt. Um im Beispiel zu bleiben: Wir haben eine Sonne in 4, das ist So/Mo. Das heißt, sie "kommt" aus dem Haus, das Löwe anschneidet, das wird vermutlich Haus 3 sein, dann wäre Sonne als Herrscher von 3 So/Me. Läge Spitze 2 in Löwe, dann wäre es So/Ve.

Durch dein Word-Dokument habe ich mich noch nicht vollständig durchgearbeitet, ist aber "in der Mache". :yes:

Schöne Grüße
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Mi 14. Mär 2018, 13:56

Hallo, Rita :) , Björn :)
und natürlich auch alle anderen :)
GreenTara hat geschrieben:
Mi 14. Mär 2018, 10:16
Da hatte ich doch gemeint, dass du ruhig ausprobieren kannst, mit den alten Herrschern zu arbeiten? Oder erinnere ich das falsch? :gruebel: Roscher selbst empfiehlt das, etwa im Skript "Transpersonale Astrologie". Die Seite finde ich grad nicht, kann aber gern nachreichen, sobald ich fündig geworden bin.
Das Problem scheint mir - aber da bin ich im Augenblick selbst etwas ins Schleudern geraten - dass es für die KGs ja nur Deutungen mit den neuen Planeten gibt, z.B.

AC 00 Grad 51 = Fische/Widder = Neptun/Mars

Ich kann natürlich auch Jupiter/Mars nehmen, dann stimmt aber die Deutung höchstwahrscheinlich nicht mehr. :confused:
GreenTara hat geschrieben:
Mi 14. Mär 2018, 10:16
Die Sonne in 4 ist eine Sonne/Mond-Konstellation. Das ist richtig. Sonne in Jungfrau ist nicht Sonne/Merkur im Sinne einer Konstellation, die in Bezug auf die Kritischen Grade diese "bestätigen" könnte und auch für Auslösungen nicht relevant. Das geht aus dem Buch aber nicht so deutlich hervor, leider. Was hingegen eine Rolle spielt ist, aus welchem Haus ein Planet kommt. Um im Beispiel zu bleiben: Wir haben eine Sonne in 4, das ist So/Mo. Das heißt, sie "kommt" aus dem Haus, das Löwe anschneidet, das wird vermutlich Haus 3 sein, dann wäre Sonne als Herrscher von 3 So/Me. Läge Spitze 2 in Löwe, dann wäre es So/Ve.
Ja, da hab ich ja ein hervorragendes Beispiel "intuitiv verwendet. :D Sonne steht in 12 im Wassermann, es gibt aber keine Hausspitze im Löwen. Löwe und Jungfrau sind mit Campanus-Häusern eingeschlossen. Was mache ich dann (wahrscheinlich würde ich, da hier die Sonne nicht wesentlich zur Klärung beiträgt, das einfach weglassen?) Oder würde ich dann auf topozentrische Häuser gehen? Oder eher die Spitze des 6. Hauses nehmen, die noch im Krebs liegt, kurz vor Löwe?

Um es mal vorsichtig auszudrücken: TPA ist für mich nicht ganz trivial :) - der ich traditionell viel mit Häuserherrschern arbeite, ist die "Logik" wahrscheinilch eine Übungssache - das ist keine Kritik an der TPA, es scheint mir aber in diesem Punkt noch ein Stück komplexer zu sein.

Den Grundunterschied würde ich darin sehen, dass die Traditionelle Astrologie jeden Planeten nach Zeichen- und Hausstand, Aspekten zu Wohltätern/Übeltätern, .... untersucht mit dem Ziel: welche Qualitäten wirken aufeinander ein? Die Häuser sind somit die "Lebensthemen-Bühnen", auf der sich die Schauspieler (Planeten) bewegen, die durch ihre Rollen (Zeichen) "festgelegt" sind. Je nachdem, wie wohl sich die Planeten in ihrer Rolle fühlen, desto besser oder schlechter spielen sie (zusammen).

Bei der TPA sucht man das "Besondere": Zeichenstellung und Häuserstellung treten zurück für das "spezifisch Individuelle" eines Horoskops/eines Augenblicks: Mond im Löwen und im 3. Haus haben viele, das ist eher uninteressant. Schwerpunkt sind individualisierte Punkte: Häuserspitzen, Mondstellung und vor allem KG. Durch die "Auszählung" der Planetenverbindungen (z. B. So/Mo, Me/Mo, Mo/Me, ...) ergeben sich quantitativ bestimmte Planetenverbindungen, die das Individuelle ausmachen.
[/quote]
GreenTara hat geschrieben:
Do 1. Jan 1970, 01:25
Durch dein Word-Dokument habe ich mich noch nicht vollständig durchgearbeitet, ist aber "in der Mache". :yes:
Das hat keine Eile, mach Dir keinen Stress. Ich hänge mal die Kritischen Grade an, die ich gefunden habe. So schlau werde ich auch nicht daraus :) Schaue ich mir die KGs an die am häufigsten vorkommen und interpretiere ich sie als "Wesenzüge"?

Schöne Grüße
Stefan
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Beitrag von GreenTara » Mi 14. Mär 2018, 17:31

Hallo zusammen :)
hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Mi 14. Mär 2018, 13:56
Das Problem scheint mir - aber da bin ich im Augenblick selbst etwas ins Schleudern geraten - dass es für die KGs ja nur Deutungen mit den neuen Planeten gibt, z.B.

AC 00 Grad 51 = Fische/Widder = Neptun/Mars
Ich kann natürlich auch Jupiter/Mars nehmen, dann stimmt aber die Deutung höchstwahrscheinlich nicht mehr. :confused:
Wenn du eine Hausspitze auf einem Grad interpretieren möchtest, ist es natürlich nur bedingt sinnvoll, den Neptun aus deinem Beispiel gegen den Jupiter auszutauschen. Wenn du aber nach Auslösungen suchst, dann kannst du ganz locker tauschen. Was hingegen nicht so ganz stimmt: Dass es nur KGs gäbe, die nur neue Planeten als Faktor enthalten. Auf 0° Stier hast du Venus/Mars, und zwar im Sinne einer Venus, die als Herrscher des Zeichens Stier betrachtet wird. Die "Stier-Venus" hat andere Inhalte als die "Waage-Venus". Bei der "Stier-Venus" geht es mehr um Materielles, während es bei der "Waage-Venus" eher um das geht, was (geistiges) Interesse erweckt. Bei 0° Stier hast du den "Schnitt ins Fleisch", bei 15° Widder/Waage hingegen einen heftigen Streit oder Sex. Gemeinsam ist beiden die Aufhebung einer Distanz. (Das mal als sehr kleiner Ausflug.)
Ja, da hab ich ja ein hervorragendes Beispiel "intuitiv verwendet. :D Sonne steht in 12 im Wassermann, es gibt aber keine Hausspitze im Löwen. Löwe und Jungfrau sind mit Campanus-Häusern eingeschlossen. Was mache ich dann (wahrscheinlich würde ich, da hier die Sonne nicht wesentlich zur Klärung beiträgt, das einfach weglassen?) Oder würde ich dann auf topozentrische Häuser gehen? Oder eher die Spitze des 6. Hauses nehmen, die noch im Krebs liegt, kurz vor Löwe?
In deinem Beispielhoroskop liegt Spitze 6 in Krebs und Löwe ist in 6 eingeschlossen. Die Sonne ist also Mitherrscher von 6 und damit hast du eine So/Me-Konstellation im Sinne des Jungfrau-Merkurs. Hauptherrscher von 6 ist der Mond; Konstellation ist dann Mo/Me. Und weiter: Die Sonne aus 6 in 12 ist Me/Ne. Wenn du nun beurteilen willst, ob etwas im Transit, Progression, Direktion etc. ausgelöst wird, dann würde auch ein KG Me/Ju diese Me/Ne-Konstellation auslösen. Im Geburtshoroskop würde ich diese Konstellation nicht zu hoch hängen, es sei denn, du findest Unmengen von So/Me-Konstellationen.

Normalerweise würden wohl die meisten topozentrische Häuser verwenden, ich habe mich halt für Campanus entschieden und sehe darin auch kein Problem, selbst wenn wie hier ein Zeichen überspannt ist.
Um es mal vorsichtig auszudrücken: TPA ist für mich nicht ganz trivial :) - der ich traditionell viel mit Häuserherrschern arbeite, ist die "Logik" wahrscheinilch eine Übungssache - das ist keine Kritik an der TPA, es scheint mir aber in diesem Punkt noch ein Stück komplexer zu sein.
Nee, das ist nicht trivial. Die "Logik" ist pure Übung, und selbst wenn man weiß, wie man das macht: Bis sich das in die Synapsen gefräst hat, dauert es etwas. Das ist aber in der Klassik nicht anders: Mein Hirn weigert sich, sich bestimmte Kriterien zu merken, speziell in Bezug auf die Temperamente. Das ist ja ähnlich komplex.
Den Grundunterschied würde ich darin sehen, dass die Traditionelle Astrologie jeden Planeten nach Zeichen- und Hausstand, Aspekten zu Wohltätern/Übeltätern, .... untersucht mit dem Ziel: welche Qualitäten wirken aufeinander ein? Die Häuser sind somit die "Lebensthemen-Bühnen", auf der sich die Schauspieler (Planeten) bewegen, die durch ihre Rollen (Zeichen) "festgelegt" sind. Je nachdem, wie wohl sich die Planeten in ihrer Rolle fühlen, desto besser oder schlechter spielen sie (zusammen).

Bei der TPA sucht man das "Besondere": Zeichenstellung und Häuserstellung treten zurück für das "spezifisch Individuelle" eines Horoskops/eines Augenblicks: Mond im Löwen und im 3. Haus haben viele, das ist eher uninteressant. Schwerpunkt sind individualisierte Punkte: Häuserspitzen, Mondstellung und vor allem KG. Durch die "Auszählung" der Planetenverbindungen (z. B. So/Mo, Me/Mo, Mo/Me, ...) ergeben sich quantitativ bestimmte Planetenverbindungen, die das Individuelle ausmachen.
Ich sage es mal so herum: Beide Methoden individualisieren sehr stark: Die Klassik, so weit ich sie überblicke, benutzt den Tierkreis als Messkreis für die Würden (derer es viele gibt), die TPA benutzt den Tierkreis ebenfalls als Messkreis für die Häuserherrscher, weil die Planeten in den Zeichen im Gegensatz zu anderen modernen Richtungen kaum berücksichtigt werden. Weder Klassik- noch TPA-Anwender kämen auf die Idee, zu sagen, dass man mit Mars in Stier dazu neigt, auf seiner Wut sitzenzubleiben oder eine Neigung hätte, Halsentzündungen zu bekommen. :cool: Der Unterschied zwischen Klassik und TPA besteht darin, wie individualisiert wird. Beispiel: Wenn die Sonne lt.TPA eher weniger kraftvoll ist (z. B. viele So/Ne-Konstellationen), dann kann der im Regelkreis darunter liegende Mars noch so "stark" sein - er wird diese Stärke nur soweit an den Tag legen können, wie die Sonne bzw. der Erste Regelkreis dies zulässt.
Ich hänge mal die Kritischen Grade an, die ich gefunden habe. So schlau werde ich auch nicht daraus :) Schaue ich mir die KGs an die am häufigsten vorkommen und interpretiere ich sie als "Wesenzüge"?
Hier also im Bild, das geht besser, wenn es im Beitrag sichtbar wird (Dokumente verwende ich eigentlich nur für Tabellen, weil man die in Foren nicht vernünftig darstellen kann, Text ist ja keine Problem, ebenso wie eine Grafik):

Beispiel.png
Beispiel.png (200.83 KiB) 442 mal betrachtet

Du hast ja jetzt alle KG herausgesucht und die Deutungen zusammengefasst. Bleiben wir mal beim AC auf 0° 51* Widder und dem KG Ma/Ne: Da hast du geschrieben: Reine Emotion. Kann es nicht sein, weil: Emotionen gehören zum II. Quadranten. Der AC und das 1. Haus hingegen stehen für alles, was "triebhaft" ist oder instinkthaft. Es geht hier um den Lebenserhaltungstrieb. Mit dem AC in Widder kann man davon ausgehen, dass der sehr ausgeprägt ist und stark zum Ausdruck kommt, wäre da nicht diese Neptun"beimischung". Derjenige wird sich nicht so ungebremst durchsetzen können, sondern es ist eine Durchsetzungsschwäche zu erwarten, obwohl er ständig in den Startlöchern steht. Da gibt jemand Gas, aber kommt nicht so recht vom Fleck. Diese Annahme wird "bestätigt", da es in diesem Horoskop eine weitere Ma/Ne-Konstellation gibt, die auch in diese Richtung geht - nämlich der Mitherrscher von 1 in 12 (Venus in Haus 12). Mit dem Herrscher von 1 in 12 setzt man sich instinktiv vorzugsweise auf Umwegen durch.

Man muss es nicht unbedingt so machen wie ich jetzt, aber ich finde, je mehr gleichartige Konstellationen sich finden, die eine sehr ähnliche Thematik beschreiben, umso eher kann ich davon ausgehen, dass sich der KG deutlich zeigt.

Soweit erst einmal - ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

Schönen Abend
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Mi 14. Mär 2018, 18:26

Liebe Rita,

erstmal vielen Dank für Deine Mühe! Das muss ich erstmal verarbeiten und setzen :) Aber es ist eine sehr gute Erklärung!

Alles Liebe!
Stefan

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Beitrag von GreenTara » Do 15. Mär 2018, 08:49

Hallo zusammen :)
Hallo Stefan :)

ja, das ist viel Stoff, das braucht Zeit, um zu "verdauen". :yes: Du hast dich aber wirklich sehr gut geschlagen, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln du gearbeitet hast. :spitze: Da ich vorzugsweise autodidaktisch unterwegs bin, habe ich ziemlich lange gebraucht, um mit der TPA warm zu werden und vor allem auch sicherer.

Ich habe mich nun durch dein Dokument gearbeitet. Den traditionellen Teil habe ich gelesen und fand deine Vorgehensweise verständlich dargestellt, kann dazu allerdings nicht viel sagen, da wären die klassisch Arbeitenden gefragt. Gern gehe ich aber auf den die TPA betreffenden Abschnitt ein. Zu diesem Zweck habe ich deinen Text kopiert und an einigen Stellen kommentiert. Das wird nun leider lang, aber so ist es vielleicht leichter nachzuvollziehen, als wenn ich zwischen Beitragstext und Word-Dokument hin und her springe.
Vorgehen TPA
1. Regelkreise
2. Quadranten
3. Planeten in Zeichen/Häusern/Häuserspitzen

Im Regelkreismodell von Roscher (hier: Regelkreis 1) werden Sonne, Mond und Merkur betrachtet:

Sonne: als Willensausdruck, Mond als Gefühlsausdruck, Merkur als Verstandesausdruck.

Mond ist im 1. Quadranten, Merkur und Sonne im 4. Quadranten

Mond im 1. Quadranten: instinktive Wahrnehmung
Wahrnehmung selbstbezogen und affektorientiert, Stimmungsschwankungen und Affektsicherheit

Merkur im 4. Quadranten: größtmögliche Annäherung an objektives Denken
Eindrücke werden im Sinne des Zeitgeistes verarbeitet

Sonne im 4. Quadranten: außerpersönliches Handeln, gesellschaftliche Themen
:yes:
Mond in 2 in Stier:existenzsichernde Selbstwahrnehnung

H2 (Spitze 1 Widder): aggressive Selbstwahrnehmung
(Nebenherrscher 1 Venus): die existenzsichernd ist
Mir scheint, hier ist die Hausspitze verrutscht. Mit Campanus-Häusern steht der Mond ganz eindeutig in Haus 1 und bei Campanus-Häusern würde ich die 1/6-Regel nicht anwenden (Begründung findet sich im Thread Apokatastasis). Der Mond in Stier zeigt an, wie die Wahrnehmung beschaffen ist, im Stier ist sie auf das Sicherheit im weitesten Sinne orientiert, spezieller auf ein Gemeinschaftsgefühl. Sie richtet sich allerdings auf sich selbst, also geht es hier um eine Selbstwahrnehmung, die sich vor allem auf die Person selbst bezieht und sich in in dem von dir verwendeten Oberbegriff "aggressive Selbstwahrnehmung" wiederfindet. Da das meines Erachtens schwer verständlich ist, ziehe ich den Begriff "Autoaggression" vor.

Die Venus als Mitherrscher von 1 lasse ich erst einmal weg, weil es sonst ziemlich kompliziert wird, können wir aber gern später noch einmal aufgreifen.
Merkur im Steinbock in 11
Reflexfreie Eindrucksbewältigung

Sonne im Wassermann in 12 (Sonne in 12 aus 11)
Selbstdarstellung in der Gesellschaft dient der Existenzsicherung
Wie bereits erwähnt, wird auch in dem von dir verwendeten Buch ausschließlich der Mond im Zeichen berücksichtigt. Es bleibt also ein Merkur in 11 aus 6 und eine Sonne in 12 aus 6 (das "aus" meint das Herkunftshaus eines Planeten; Merkur im 1. Regelkreis wird immer als "Jungfrau-Merkur" verstanden (Eindrucksbewältigung), weil er in diesem Modell die Funktion hat, die Eindrücke - beschrieben durch die Mondposition - zu filtern und "verdaulich" zu machen, um sie der Sonne als Material für den Selbstausdruck (Handeln, Verhalten) zur Verfügung zu stellen.
Kombinationen:

Sonne im Wassermann in 12 (Spitze Steinbock)
Sonne - Uranus Sonne im Wassermann
Sonne - Neptun Sonne in 12
Sonne - Saturn Spitze 12 in Steinbock
Sonne - Mars Sonne Sextil AC

Mond im Stier im 2. Haus
Mond - Venus (Mond im Stier)
Mond - Venus (Mond im 2. Haus)
Mond - Merkur (Mond Trigon Merkur)
Mond - Mars (Mond Sextil AC)
(Die anderen Aspekte lasse ich mal der Übersichtlicheit halber weg!)

Merkur im Steinbock in 11
Merkur - Saturn (Merkur im Steinbock)
Merkur - Uranus (Merkur in 11)
(Die anderen Aspekte lasse ich mal der Übersichtlicheit halber weg!)
Da die weichen Aspekte nicht zu einer Konstellationsbildung herangezogen werden, können diese Kombinationen schon einmal weggelassen werden. Hatten wir aber schon erläutert. :yes: In die Deutung kann man sie einbeziehen, wird im Buch auch so praktiziert (ab S. 323).
1. Haus: Was will ich durchsetzen?
Herrscher: Mars im Skorpion in 8
Ich will meine Ideen durchstzen (Nebenherrscher von 8)
Ich setze meine Wertmaßstäbe und Prinzipien mehr oder weniger unreflektiert um, weil dies meiner instinktiven Eigenart und meinen angeborenen Triebmustern dient (Mars in 8 aus 1).
2. Haus: Was will ich haben?
Herrscher: Venus im Stier in 2
Ich will Freude, Vergnügen, ... haben

3. Haus: Was will ich körperlich - verbal zeigen?
Herrscher: Merkur im Steinbock in 11
Ich möchte Austausch mit meinen Freunden, mit Arbeitskollegen und mich über meine Berufung austauschen - auf eine logischen Ebene.
An dieser Stelle habe ich einige Fragezeichen zu vermelden, weil ich nicht nachvollziehen kann, weshalb du sie aufführst. Die Venus steht ja nicht in 2 in Stier. Wir haben hier eine Venus in 12, die als Stier-Venus Mitherrscher von 1 ist und als Waage-Venus Herrscher von 7 ist oder aus 7 kommt.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Beide Systeme verwenden die Häuserherrscher - allerdings auf unterschiedliche Weise. Während in der TPA Haus 1 dem Widder, Haus 2 dem Stier, ... zugeordnet wird, ist das in der trad. A. das tatsächliche Zeichen. Dadurch unterscheiden sich die Häuserthemen/-bedeutungen - und letztendlich auch die Interpretation.
Die TPA verwendet ebenfalls das tatsächliche Zeichen. Wenn ein Haus Steinbock anschneidet, ist Saturn der Herrscher. Ich nehme an, du bist der Konstellationsbildung bissel auf den Leim gegangen. Steht die Spitze 3 in Steinbock, dann ist das eine Me/Sa-Konstellation. Diese Konstellationsbildung dient bestimmten Zwecken, aber sie bedeutet nicht, dass Zwillinge/Merkur/Haus 3 identisch sind. Das sind sie definitiv nicht. Konstellationen helfen weiter, wenn man zum Beispiel einen KG genauer untersucht. Die Verkürzung auf "Me/Sa" bedeutet aber nicht, dass man die Me/Sa-Konstellationen in einen Topf wirft, sondern sich genau ansehen muss, wie sie zustande kamen.

Wenn du zunächst die KG weglässt, was kein Problem ist, kannst du sehr gut ohne die neuen Planeten durch die ersten drei Regelkreise stapfen. :) Auch bei der Beurteilung der Achsen ist das kein Problem: Bei mir liegt der DC in Wassermann. Wenn ich also Probleme mit meinem Herzallerliebsten habe, kann ich sowohl den Saturn als alten Herrscher als auch Uranus als neuen Herrscher zu Rate ziehen.

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Do 15. Mär 2018, 12:25

Hallo zusammen :)
Hallo Rita :)
GreenTara hat geschrieben:
Do 15. Mär 2018, 08:49
ja, das ist viel Stoff, das braucht Zeit, um zu "verdauen". :yes: Du hast dich aber wirklich sehr gut geschlagen, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln du gearbeitet hast. :spitze: Da ich vorzugsweise autodidaktisch unterwegs bin, habe ich ziemlich lange gebraucht, um mit der TPA warm zu werden und vor allem auch sicherer.
Danke. :) Mehr (TPA-)Literatur ist unterwegs, aber das dauert immer ein wenig, bis die Post es dann bringt. Ich werde das Ganze mal ein wenig "sacken" lassen und auch vielleicht mal irgendwann meine Geburtszeitkorrektur setzen, aber das hat alles keine Eile.
Mein Hirn weigert sich, sich bestimmte Kriterien zu merken, speziell in Bezug auf die Temperamente. Das ist ja ähnlich komplex.
Das finde ich aber jetzt wesentlich einfacher als viele Aspekte der TPA :) Ich kann gerne was im Klassik-Thread dazu schreiben - wenn grundsätzlich Interesse besteht?

Herzliche Grüße
vergnuegt

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Beitrag von GreenTara » Do 15. Mär 2018, 13:33

Hallo Stefan :)

wenn du Lust dazu hast, solltest du im Klassik-Forum unbedingt etwas zu den Temperamenten und ihrer Bestimmung schreiben. :yes: Allerdings bin ich ein "hoffnungsloser" Fall: Ich habe den Kühr studiert, Sindbad/Weiß und bissel Frawley (im Original). Fazit: Es bleibt nichts hängen, woraus sich ergibt: Das ist einfach nichts für mich.

Liebe Grüße
Rita
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Beitrag von vergnuegt » Do 15. Mär 2018, 14:33

Liebe Rita,

das glaube ich nicht, dass Du ein hoffnungsloser Fall bist :)

Wahrscheinlich hängt es eher daran, dass Du damit wenig anfangen kannst? :cool2:

Alles Liebe!
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Beitrag von GreenTara » Do 15. Mär 2018, 15:45

Hallo Stefan :)
vergnuegt hat geschrieben:
Do 15. Mär 2018, 14:33
das glaube ich nicht, dass Du ein hoffnungsloser Fall bist :)

Wahrscheinlich hängt es eher daran, dass Du damit wenig anfangen kannst? :cool2:
Im Prinzip ist mir wurscht, wie du das bezeichnest. :D

Nachdem ich mit Abständen von Jahren und unter Zuhilfenahme von diversen Autoren einfach auf keinen grünen Zweig mit den Temperamenten gekommen bin, ist für mich mehr als deutlich, dass es mir nichts ist. Das gilt für die Temperamente und bzw. für diesen feucht/warm/kalt/trocken-Kram.^^ Ansonsten habe ich gerade vom Sindbad/Weiß sehr profitiert, auch wenn der Stil sehr gewöhnungsbedürftig ist. Und ich stürze mich gerade auf Cazimis Beitrag zur Animodar-Methode, die interessiert mich brennend. :yes:

Damit würde ich dieses Thema "hoffnungsloser Fall" gern beenden, ich lasse mich nämlich nicht gern zu etwas überreden, was mir nicht liegt. :)

Liebe Grüße
Rita
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