(Stunden-)Astrologie als "Divination"

Zwischen Wissenschaft und Divination - was ist Astrologie?
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Astro28
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(Stunden-)Astrologie als "Divination"

Beitrag von Astro28 »

Hallo Traumprinz :)

Und das ist jetzt die Kernfrage, um die es mir eigentlich geht:

Meinst du / Meint ihr denn, dass nicht gerade die Astrologie im Besonderen anthropozentrisch ist ... ?

LG Astro26

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Hellebardier
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(Stunden-)Astrologie als "Divination"

Beitrag von Hellebardier »

Astro26 hat geschrieben:
Di 10. Apr 2018, 17:11
Hallo Traumprinz :)

Und das ist jetzt die Kernfrage, um die es mir eigentlich geht:

Meinst du / Meint ihr denn, dass nicht gerade die Astrologie im Besonderen anthropozentrisch ist ... ?

LG Astro26
Hallo
Also ich musste zuerst schauen was das Wort "anthorpozentrisch" bedeutet. Jetzt weiss ich es? :axo:

Aber dort steht auch: dass dieser Anthropzentrismus drei Dinge beinhalte: 1)weltanschauliche 2) ethische 3) religiöse Komponenten beinhalte!
Im weiteren möchte ich erwähnen, man schaue sich das Bild im beigefügten Link auf Wiki an: Robert Fludd übringens ein von mir verehrter Alchymist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropoz ... 617-19.png

Ich stelle somit die Frage: "Menschheit wohin?" Man betrachte das Bild von Fludd genau, sehr genau und noch ein bisschen genauer....
Ich meine die Menschheit wir alle haben uns vom 2, und 3, Punkt abgewendet. Aber wie wir zunehmend feststellen und in die heutige Welt hinausschauen funktioniert das nicht, wir reiten in die falsche Richtung!

Nur desshalb funktioniert die Divination weil wir eingebettet sind in diese 3 Dinge und somit auch die Divination. Beschäftig man sich nur mit einem Teil davon wird das ganze zum Nonsens und führt in die Irre.
Gruss Hellebardier
Jupiter gibt Hoffnung, Saturn lässt es geschehen. (Kelleher)
Nicht in alle Ewigkeit geht, was wir getan zu grunde, alles reift zu seiner Zeit und wird Frucht zu seiner Stunde (Divyavana)
Das Horoskop repräsentiert dem Baum, die Nakshatras Positionen die Wurzel und die Navamshas repräsentieren die Frücht (J.Sekhar)

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Astro28
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(Stunden-)Astrologie als "Divination"

Beitrag von Astro28 »

Hallo Hellebardier :)
Ich stelle somit die Frage: "Menschheit wohin?" Man betrachte das Bild von Fludd genau, sehr genau und noch ein bisschen genauer....
Ich meine die Menschheit wir alle haben uns vom 2, und 3, Punkt abgewendet. Aber wie wir zunehmend feststellen und in die heutige Welt hinausschauen funktioniert das nicht, wir reiten in die falsche Richtung!

Nur desshalb funktioniert die Divination weil wir eingebettet sind in diese 3 Dinge und somit auch die Divination. Beschäftig man sich nur mit einem Teil davon wird das ganze zum Nonsens und führt in die Irre.
Genau :yes:

Patrick Curry spricht hier von "disenchantment". Es gibt ja unter Wissenschaftern die Annahme, dass sich die Menschheit kulturell in eine bestimmte Richtung bewegt und der Grad der Entwicklung ist daran zu messen, inwieweit mystische und animistische Weltanschauungen zugunsten von wissenschaftlich aufgeklärten, rationalen und in Experimenten nachweisbaren Wissensbestänen aufgegeben werden. Demnach war die Jungsteinzeit und die frühe Antike "primitiv", die heutige Zivilisation ist "aufgeklärt" und "frei von mystischem Nonsense".

Gesehen wird dabei jedoch nicht, dass sich die Menschheit mit so einer Weltanschauung den Ast absägt, auf dem sie selbst sitzt. Wohin das führt in letzter Konsequenz, sieht man ja an der neuesten Errungenschaft, nach der ein Computerprogramm Menschen therapeutisch behandelt --> GreenTara hat hierzu ja berichtet.

Patrick Curry spricht hier von einer Notwendigkeit des "Re-enchantments", die Wiedereingliederung jenes Wissens, dass in der heutigen Zeit stets als "esoterischer Nonsense" als extremer Gegenpol zum rationalen, aufgeklärten Wissenschafter gesetzt wird. Diese extreme Spaltung der Wissensbestände tut einfach nicht gut.

Der Mensch lebt nunmal nur in einem Kosmos, der voll mit Bedeutung und Sinn ist. Bedeutung und Sinn sind elementare Bestandteile seiner Welt, ohne sie kann der Mensch nur als atmender und essender Organismus "vegetieren". Ich sehe nicht, dass uns die Rationalisierung und Technologisierung in irgendeiner Art und Weise glücklicher, zufriedener und erfolgreicher macht.

Natürlich können wir auch nicht zu den Antiken Annahmen zurückkehren, dass Astrologie etwas mit Natureinflüssen zu tun hat. Doch wir müssen uns schon überlegen, denke ich, welche Rolle wir Bewusstsein, Bedeutung und Sinn im Kosmos bzw. unserem Kosmos einräumen.

Liebe Grüße,
Astro26

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(Stunden-)Astrologie als "Divination"

Beitrag von vergnuegt »

Hallo, Astro26, :)
hallo, zusammen, :)

Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 08:21
Ich sehe nicht, dass uns die Rationalisierung und Technologisierung in irgendeiner Art und Weise glücklicher, zufriedener und erfolgreicher macht.
Das würde ich so pauschal nicht sagen. Ein Hausnotruf, Wohnungsumbauten, behindertengerechtes Wohnen, Scooter, häusliche Pflege, Pflegebetten, ... das sind alles Dinge, wo Technik uns (z. B. im Alter oder bei Behinderung) unterstützt. Gäbe es diese ganzen Dinge nicht, müßten die Menschen sofort aus ihrer gewohnten Umgebung heraus in ein Altenheim (heute klangvoll "Seniorenstift" genannt), wo die Leute wahrscheinlich bald darauf sterben. Insofern finde ich Technik durchaus sinnvoll, solange ich sie als Hilfsmittel sehe und sie nicht als "Fortschritt" verabsolutiere.

Dazu könnten auch Psychologie-Bots werden - das dauert nur noch ein wenig. Wenn wir mal die Realität nehmen: wie oft gehen Leute mit psychischen Problemen zur Therapie? Einmal die Woche? Zweimal? Dreimal? Keine Ahnung. Und was machen sie dann den Rest der Zeit (6 1/2 Tage die Woche)? Zuhause sitzen und grübeln. Dass das nicht die "Lösung" ist, ist auch klar. Aber ich denke, es ist besser, einen Psychologie-Bot oder einen Hausnotruf zu haben (somit auch ein wenig autonomer zu sein), als das nicht zu haben.
Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 08:21
Natürlich können wir auch nicht zu den Antiken Annahmen zurückkehren, dass Astrologie etwas mit Natureinflüssen zu tun hat. Doch wir müssen uns schon überlegen, denke ich, welche Rolle wir Bewusstsein, Bedeutung und Sinn im Kosmos bzw. unserem Kosmos einräumen.
Wir müssen uns das eigentlich nicht überlegen - jeder einzelne muss sich das für sich selbst überlegen: wo sehe ich persönlich Sinn in meinem Leben? Ich muß selbst zum "Erneuerer" meiner Welt werden - früher waren es die Kirchen, etc. Und es ist gut, dass es die Kirchen mit ihren Ablaßbriefen, etc. heute nicht mehr sind. Aber das fordert jeden von uns auf, sich Sinn selbst zu generieren - bewußter zu werden, vor allem für sich.

Alles Liebe!
Stefan

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Beitrag von Astro28 »

Lieber Stefan :)
Insofern finde ich Technik durchaus sinnvoll, solange ich sie als Hilfsmittel sehe und sie nicht als "Fortschritt" verabsolutiere.
Genau, das meinte ich damit eigentlich. Habe mich hier zu wenig differenziert ausgedrückt.
Dazu könnten auch Psychologie-Bots werden - das dauert nur noch ein wenig.
Hier würde ich schon nicht mehr mitgehen, denn für mich schwingt hier die Botschaft mit, dass Wissenschaft und Technik früher oder später alle Probleme (auf die eine oder andere Art) lösen. Eine fragliche Position.
Aber ich denke, es ist besser, einen Psychologie-Bot oder einen Hausnotruf zu haben (somit auch ein wenig autonomer zu sein), als das nicht zu haben.
Ich denke, was uns heutzutage als "Autonomie" verkauft wird, ist im Grunde nichts anderes als der sukzessive Sozialabbau. Nur nett verpackt - denn, wer will denn nicht autonom sein?
Wir müssen uns das eigentlich nicht überlegen - jeder einzelne muss sich das für sich selbst überlegen: wo sehe ich persönlich Sinn in meinem Leben? Ich muß selbst zum "Erneuerer" meiner Welt werden - früher waren es die Kirchen, etc. Und es ist gut, dass es die Kirchen mit ihren Ablaßbriefen, etc. heute nicht mehr sind. Aber das fordert jeden von uns auf, sich Sinn selbst zu generieren - bewußter zu werden, vor allem für sich.
Ich habe hierzu die Haltung, dass wir die Themen Sinn, Bedeutung, Kosmos usw. nicht nur in das Private abkoppeln sollten. Mir scheint es so, als wäre das nur der verlegene Versuch einer "aufgeklärten" Gesellschaft, jegliches "nichtwissenschaftliche Gedankengut" solang zu tolerieren, solange es jeder für sich im Privaten ausübt und niemand damit "belästigt" wird. Aber gerade das braucht es: Dialog und Diskurs, vor allem zwischen Wissenschaft, Religion, Esoterik usw. Es der Privatperson zu überlassen, die Kluften zwischen den einzelnen Paradigmen zu erkennen und ggf. zu überwinden, ist einfach zu viel verlangt. Dazu bedarf es einer gewaltigen Portion Ressourcen, Bildung und Zeit. Voraussetzungen, die sich nur wenige leisten können.

Ich persönlich finde es von der "Mainstreamgesellschaft" eine Zumutung, wie sehr die (natur-)wissenschaftlichen Wahrheiten als die letzten Wahrheiten verkauft werden und jegliches andere Denken mit dem Prädikat "Esoterik" als unseriös betitelt wird. Den Menschen wird ein Zusammenhang mit dem Kosmos vorenthalten und die Chance genommen, diese Einheit zu erleben: vor allem die Lebendigkeit des Lebens.

LG Astro26

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Beitrag von vergnuegt »

Lieber Astro26 :)
Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 14:50
Hier würde ich schon nicht mehr mitgehen, denn für mich schwingt hier die Botschaft mit, dass Wissenschaft und Technik früher oder später alle Probleme (auf die eine oder andere Art) lösen. Eine fragliche Position.
Wissenschaft und Technik werden nicht das Geheimnis des Lebens entschlüsseln, denn das dürfte sich wissenschaflicher Methoden entziehen. Wir können hier nur eine Ahnung haben.
Ich denke, was uns heutzutage als "Autonomie" verkauft wird, ist im Grunde nichts anderes als der sukzessive Sozialabbau. Nur nett verpackt - denn, wer will denn nicht autonom sein?
Wenn wir uns unseren Sozialstaat (oder das, was davon noch übrig ist - mit Frau Nahles an der Spitze der SPD geht das wahrscheinlich noch ein wenig schneller - ansehen, dann gibt es hier kein Zurück mehr. Und wohin zurück? Die vielleicht heute hochgelobte Familienpflege? Ja und nein. Natürlich ist es schöner, wenn ich zuhause im Kreis meiner Familie sterben kann - und das war früher auch häufig der Fall. Allerdings war das sicherlich in den meisten Fällen nicht unbedingt schön. Familie war Schicksalsgemeinschaft. Man nußte das halt machen und hoffte, daß der Angehörige schnell stirbt, denn man hatte gar nicht die Zeit. Es gibt eine Redewendung aus früheren Jahrhunderten, die lautet

„Das Tor ist gesegnet, da eine tote Tochter ausgetragen wird.“

Heißt konkret: jede tote Tochter ist eine gute Tochter, weil sie keine nutzlose Esserin ist und überhaupt den Erhalt der Familie gefährdet - trotz Religion und einer tiefen Verbundenheit mit Gott. Natürlich wird Wissenschaft und Fortschritt nicht alles lösen - aber was machen wir denn mit psychisch kranken Menschen? Sie sind sich vor allem selbst überlassen, ausser sie leben in einer Einrichtung. Da ist aber auch nichts mehr frei und selbstbestimmt. Wie würdest Du Dir denn den "optimalen" Umgang - zum Beispiel mit psychisch Kranken - vorstellen?

Die Familie, wie in früheren Zeiten, kommt nicht mehr zurück. Kinder sind in alle Himmelsrichtungen verstreut, da der Beruf sie häufig zwingt, weit von zuhause wegzuziehen. Wenn die Eltern gebrechlich werden - so what? Keine Chance, hier beruflich alle Zelte abzubrechen und nach Hause zurückzukehren. Wer soll also die Pflege und Ansprache, etc. leisten?
Ich habe hierzu die Haltung, dass wir die Themen Sinn, Bedeutung, Kosmos usw. nicht nur in das Private abkoppeln sollten. Mir scheint es so, als wäre das nur der verlegene Versuch einer "aufgeklärten" Gesellschaft, jegliches "nichtwissenschaftliche Gedankengut" solang zu tolerieren, solange es jeder für sich im Privaten ausübt und niemand damit "belästigt" wird. Aber gerade das braucht es: Dialog und Diskurs, vor allem zwischen Wissenschaft, Religion, Esoterik usw. Es der Privatperson zu überlassen, die Kluften zwischen den einzelnen Paradigmen zu erkennen und ggf. zu überwinden, ist einfach zu viel verlangt. Dazu bedarf es einer gewaltigen Portion Ressourcen, Bildung und Zeit. Voraussetzungen, die sich nur wenige leisten können.

Ich persönlich finde es von der "Mainstreamgesellschaft" eine Zumutung, wie sehr die (natur-)wissenschaftlichen Wahrheiten als die letzten Wahrheiten verkauft werden und jegliches andere Denken mit dem Prädikat "Esoterik" als unseriös betitelt wird. Den Menschen wird ein Zusammenhang mit dem Kosmos vorenthalten und die Chance genommen, diese Einheit zu erleben: vor allem die Lebendigkeit des Lebens.
Das erinnert mich ein wenig an die Diskussion der 60er Jahre: Das Private ist öffentlich :)

Naja, wir haben ja eine Reihe von "Siinnmodellen" abseits der Kirchen: z. B. Advaita, neue Religionen, Yoga, ... es gibt ja viele Wege. Alle Informationen sind vorhanden - wir sind ein freies Land und jeder hat Zugang (Netz, Bibliotheken, ....).

Aber jeder von uns muß sich für seinen Weg entscheiden. Und man muß sich auch alleine dafür entscheiden, sonst ist es ja nur ideologischer Zwang. Voraussetzung ist Bewußtsein. Und solange ich mir nicht mal klar bin, dass ich an irgendetwas leide - dann werde ich einfach weiter leiden.

Aber nehmen wir doch mal die Astrrologie: wie wird sie denn heute betrieben? Hier in dem Forum sind eine Menge Leute, die was davon verstehen - ganz unterschiedliche astrologische "Schulen", "Denkweisen", etc. Das ist ja gut so. Und viele Mitglieder hier sehen die Astrologie als Weg - um sich die Welt zu erklären, sich selbst zu erklären, andere zu erklären, ...

Die überwiegende Mehrheit derer, die sich mit Astrologie beschäftigen, tun das auf dem Niveau von Zeitungshoroskopen, stecken in ihrem eigenen Horoskop fest - und das ist noch der beste Fall. Denken ist aber für viele anstrengend - ob man nun Astrologie erlernt oder etwas anderes - die meisten wollen aber auch im "Mainstream" sein - um "dazuzugehören".

Viel gefährlicher als Psycho-Bots finde ich zweierlei:

- das Smartphone als Versprechen, nie mehr alleine zu sein (Facebook, Twitter, WhatsApp, ...)
- (politische) Foren, wo man sich gegenseitig anpöbelt

Alles Liebe!
Stefan

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Beitrag von Astro28 »

Lieber Stefan :)
Wissenschaft und Technik werden nicht das Geheimnis des Lebens entschlüsseln, denn das dürfte sich wissenschaflicher Methoden entziehen. Wir können hier nur eine Ahnung haben.
Genau :yes:

Dazu sehr passend finde ich:

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."

Werner Heisenberg (1901-1976), deutscher Physiker
aber was machen wir denn mit psychisch kranken Menschen? Sie sind sich vor allem selbst überlassen, ausser sie leben in einer Einrichtung. Da ist aber auch nichts mehr frei und selbstbestimmt. Wie würdest Du Dir denn den "optimalen" Umgang - zum Beispiel mit psychisch Kranken - vorstellen?
Das ist eine sehr schwierige Frage, die so einfach wahrscheinlich nicht mehr zu lösen sein wird. Vor allem ist sie gekoppelt an die Globalisierung, an die Öffnung der Märkte, Faktoren, die eine stete Bereitschaft zum Ortswechsel erfordern. Allein auf der sozialen Ebene wird dieses Problem kaum lösbar sein, denke ich.

Ein erster Schritt glaube ich, den jeder auf der Individualebene setzen kann, ist, nicht alles mitzumachen. Nicht zu glauben, immer der Erste, der Schnellste sein zu müssen, 24h erreichbar. Bewusste Entschleunigung. Wir lassen uns durch unsere Smartphones hetzen, durch Emails usw. Doch haben wir dadurch qualitativ auch mehr Zeit? Ich denke, in gewisser Hinsicht sogar weniger als früher. Das wäre schon mal ein Schritt Richtung mehr Lebensqualität, auch wenn das keine Strukturellen Probleme (auf kurze Sicht) löst.
Naja, wir haben ja eine Reihe von "Siinnmodellen" abseits der Kirchen: z. B. Advaita, neue Religionen, Yoga, ... es gibt ja viele Wege. Alle Informationen sind vorhanden - wir sind ein freies Land und jeder hat Zugang (Netz, Bibliotheken, ....).
Das stimmt einerseits, das möchte ich gar nicht an Abrede stellen :yes: Allerdings hast du auch darauf hingewiesen:
Die überwiegende Mehrheit derer, die sich mit Astrologie beschäftigen, tun das auf dem Niveau von Zeitungshoroskopen, stecken in ihrem eigenen Horoskop fest - und das ist noch der beste Fall. Denken ist aber für viele anstrengend - ob man nun Astrologie erlernt oder etwas anderes - die meisten wollen aber auch im "Mainstream" sein - um "dazuzugehören".
Und hier möchte ich speziell für die Astrologie sprechen und wie über sie in der Mehrheitsgesellschaft verhandelt wird. Astronomen, Physiker, Psychologen und Theologen äußern sich stets dazu. Jedem wird das Recht eingeräumt, über die Astrologie etwas zu wissen. Dabei haben die Wenigsten der Kritiker sich jemals wirklich mit der Astrologie und ihrer Diversität auseinandergesetzt. Ich traue mich zu behaupten, dass die härtesten Kritiker der Astrologie am wenigsten Ahnung davon haben. Geschweige denn das nötige Wissen haben, um über die epistemologischen oder wissenschaftstheoretischen Zugänge vernünftig zu diskutieren.

Doch das ist leider das, was bei der Mehrheit ankommt - Zeitungshoroskope. Und ja, die Mehrheit ist teilweise nicht gewillt, sich eigenständig mit dieser Materie auseinanderzusetzen. Es braucht schon eine gehörige Portion Courage und Aufgeschlossenheit, sich von Astronomen und Physikern nicht entmutigen zu lassen und die Astrologie auf eine Faust zu erobern.

Und ja, jede Information steht offen zur Verfügung. Doch ich habe selbst erfahren, dass ab einem gewissen Punkt Bücher nicht mehr helfen. Es benötigt irgendwann jemanden, der einem die Augen öffnet. Und man braucht das Talent und das Geschick, sich Information eigenständig anzueignen.
- das Smartphone als Versprechen, nie mehr alleine zu sein (Facebook, Twitter, WhatsApp, ...)
- (politische) Foren, wo man sich gegenseitig anpöbelt
Es gibt ja schon Websites, um mit den eigenen Nachbarn in Kontakt zu treten :axo: Die ganzen Social-Media-Apps haben uns einsamer gemacht, nicht näher zusammengebracht. Das halte ich für einen der größten Schwindel des 21. Jh.

LG Astro26

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Beitrag von vergnuegt »

Lieber Astro26 :)
Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 16:40
Das ist eine sehr schwierige Frage, die so einfach wahrscheinlich nicht mehr zu lösen sein wird. Vor allem ist sie gekoppelt an die Globalisierung, an die Öffnung der Märkte, Faktoren, die eine stete Bereitschaft zum Ortswechsel erfordern. Allein auf der sozialen Ebene wird dieses Problem kaum lösbar sein, denke ich.

Ein erster Schritt glaube ich, den jeder auf der Individualebene setzen kann, ist, nicht alles mitzumachen. Nicht zu glauben, immer der Erste, der Schnellste sein zu müssen, 24h erreichbar. Bewusste Entschleunigung. Wir lassen uns durch unsere Smartphones hetzen, durch Emails usw. Doch haben wir dadurch qualitativ auch mehr Zeit? Ich denke, in gewisser Hinsicht sogar weniger als früher. Das wäre schon mal ein Schritt Richtung mehr Lebensqualität, auch wenn das keine Strukturellen Probleme (auf kurze Sicht) löst.
Ja, aber es zwingt mich doch niemand, irgendwas mitzumachen? :confused: Ich habe ein Festnetztelefon (da bin ich immer erreichbar), email und ein Handy, das für Notfälle gedacht ist. Das ist fast immer aus und nur meine Frau kennt die Nummer. WhatsApp? Facebook? Was soll ich denn da reinschreiben? Von meinem langweiligen Leben oder so? :cool2: Wen interessiert denn das?

Es ist meine Entscheidung - genauso wie die Entscheidung, alle sozialen Medien gleichzeitig zu nutzen. Ich vermisse nichts. Seit ich auf viele Seiten (z. B. Spiegel Online) nicht mehr komme, weil ich mit noscript arbeite und ich nicht bereit bin, Werbung zu sehen, ist das auch o. K. Dann halt nicht.

Ich finde emails nicht als Druck, sondern als die Möglichkeit, erst mal nachzudenken, dann zu schreiben. Wie hier im Forum. :)
Und hier möchte ich speziell für die Astrologie sprechen und wie über sie in der Mehrheitsgesellschaft verhandelt wird. Astronomen, Physiker, Psychologen und Theologen äußern sich stets dazu. Jedem wird das Recht eingeräumt, über die Astrologie etwas zu wissen. Dabei haben die Wenigsten der Kritiker sich jemals wirklich mit der Astrologie und ihrer Diversität auseinandergesetzt. Ich traue mich zu behaupten, dass die härtesten Kritiker der Astrologie am wenigsten Ahnung davon haben. Geschweige denn das nötige Wissen haben, um über die epistemologischen oder wissenschaftstheoretischen Zugänge vernünftig zu diskutieren.
Das betrifft aber alle Themen, nicht nur die Astrologie. Überall sitzen "Experten" (und Politiker), die alles besser wissen. Es wird halt nur ein gewisses Mittelmaß nach oben gespült - wenn überhaupt.

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass die Astrologie einen so schlechten Ruf hat - denn es gibt schon viel zu viele schlechte Astrologiebücher. :D

Was würde sich denn Deiner Meinung nach ändern, wenn wir Astrologie "wertfrei" auf einer breiten Ebene diskutieren? Gäbe es mehr astrologische Schulen? Würden die Menschen mehr "Sinn" (wie man das auch immer definieren mag) sehen?
Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 16:40
Doch das ist leider das, was bei der Mehrheit ankommt - Zeitungshoroskope. Und ja, die Mehrheit ist teilweise nicht gewillt, sich eigenständig mit dieser Materie auseinanderzusetzen. Es braucht schon eine gehörige Portion Courage und Aufgeschlossenheit, sich von Astronomen und Physikern nicht entmutigen zu lassen und die Astrologie auf eine Faust zu erobern.
Das ist glaube ich nicht der Grund. Die Mehrheit ist grundsätzlich nicht gewillt, sich durch Anstrengung und Arbeit mit einem so komplexen Thema auseinanderzusetzen (Faulheit, Dummheit, Bequemlichkeit). Hatten wir ja kürzlich hier im Forum, wo es dann auch zu einigen Zwistigkeiten kam.

Das immer wieder gleiche Schema lautet:

- ich verstehe nichts von meinem Horoskop
- ich will es aber wissen
- und zwar sofort
- und natürlich gratis
- Obwohl mir die Möglichkeiten des Internet zur Verfügung stehen, will ich nicht mal schnell nachlesen, was ein Stundenhoroskop ist und was es kann, welche Techniken es gibt, etc.

Das ist die Kehrseite des Netzes - alles muß gratis sein und sofort und wenn ich etwas bei A****on bestelle, dann soll das auch am gleichen Tag noch kommen. Genieße ich auch mal. Aber es hat verheerende Auswirkungen auf die Transportdienstleister und die Löhne.
Astro26 hat geschrieben:
Mo 23. Apr 2018, 16:40
Und ja, jede Information steht offen zur Verfügung. Doch ich habe selbst erfahren, dass ab einem gewissen Punkt Bücher nicht mehr helfen. Es benötigt irgendwann jemanden, der einem die Augen öffnet. Und man braucht das Talent und das Geschick, sich Information eigenständig anzueignen.
Nun - jeder Idiot besitzt das Talent und Geschick, sein auf Pump gekauftes Smartphone bis ins letzte Detail zu kennen und zu bedienen. Wenn es aber darum geht, über seinen Tellerrand hinauszusehen, dann wird es schwierig, Das Problem ist nicht unbedingt das Unvermögen, es begreifen zu können, sondern die Forderung, es so präsentiert zu bekommen, dass man den maximalen Nutzen daraus zieht, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Astrologie ist üben, üben, üben. Und selbst der große William Lilly hat sich immer nur als "Student der Astrologie" bezeichnet. Sehr schön ist das Vorwort zu seiner Christlichen Astrologie (hier ein paar Zitate):

"Hüte Dich vor Stolz und Eigendünkel und erinnere Dich, dass in früheren Zeiten kein unvernünftiges Wesen den Menschen, den Mikrokosmos, zu verletzen wagte."

"Stehe fest zu Deinem Gott und sicheren Prinzipien, o Mensch, betrachte Deine eigene Noblesse und wie alle geschaffenen Dinge, gegenwärtige oder zukünftige, deinetwegen erschaffen wurden. Deinetwegen wurde Gott Mensch. Du bist das Wesen, das über die Himmel regiert, wenn Du im Gleichklang mit Christus lebst und über alle Macht und Herrschaft thronst, Wieviele Vorrangstellungen, Privilegien, Vorteile hat Gott Dir verliehen? Du rangierst durch Kontemplation über den Himmeln, indem Du Dir die Bewegung und Großartigkeit der Sterne vorstellst. Du sprichst mit den Engeln, ja mit Gott selber." Christliche Astrologie, Band 1, S. 25f)

Bei der Vielzahl von Büchern, von astrologischen Schulen, etc. muß man seinen eigenen Weg finden - genauso, wie in den Geisteswissenschaften. Ist der Kognitivismus besser als der Behaviorismus? Oder ist doch die Psychoanalyse das "beste" Denkgebäude? :) Ich merke, wie ich immer wieder neugierig auf Astrologiebücher zurückgreife, die mir eigentlich eher suspekt sind - aber vielleicht habe ich sie ja damals nicht richtig verstanden?

Ich vermute mal: Du bist hier neugierig und damit wird es halt auch schwierig. Du könntest ja auch sagen: Ich habe API, Döbereiner, Ebertin, ... gelernt, das ist genau die Schule und die wende ich an! Das machen sicherlich viele Astrologen. Und das ist einfach. :) Ansonsten bleibt natürlich der Zweifel - aber auch die Neugier, sich mit neuen Techniken und Ideen zu befassen.

LG Stefan

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Beitrag von Astro28 »

Hallo Stefan :)
Was würde sich denn Deiner Meinung nach ändern, wenn wir Astrologie "wertfrei" auf einer breiten Ebene diskutieren? Gäbe es mehr astrologische Schulen? Würden die Menschen mehr "Sinn" (wie man das auch immer definieren mag) sehen?
Astrologie würde potentiell mehr gesellschaftliche Anerkennung bekommen. Ich finde, die Öffentlichkeit sollte zumindest einen leichteren Zugang dazu bekommen, was eigentlich ein essentieller Teil unserer Kulturgeschichte ist.
Ich vermute mal: Du bist hier neugierig und damit wird es halt auch schwierig.
Einfach ist ja auch langweilig ;)

Schönen Abend,

Astro26

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Beitrag von GreenTara »

Hallo zusammen :)
Hallo Astro und Stefan :)

ich habe die beiden letzten Beiträge abgetrennt, da sie doch eher zum Thema "Bots" passen und sie daher in diesen Thread verschoben: Bots in der Psychotherapie.

Schöne Grüße
Rita
»Nur die Weisen sind im Besitz von Ideen. Die meisten Menschen sind von Ideen besessen.«

Samuel Coleridge

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